Der Disput sei "zu einseitig rückwärtsgewandt", sagte Harms gestern im Vorfeld einer Ausschusssitzung der Deutsch-Polnischen Regierungskommission heute und morgen in Potsdam. Es sei vielmehr notwendig, über Chancen für eine gemeinsame Zukunft zu sprechen. Allerdings würden die Irritationen die brandenburgisch-polnischen Beziehungen nicht beeinträchtigen. Diese Beziehungen seien von einer "ungebrochen guten Zusammenarbeit" geprägt, obwohl es auch hier in Einzelfragen Probleme gebe.
Harms verwies auf die wachsende Diskrepanz zwischen der öffentlichen Meinung der Deutschen und Polen über den jeweiligen Nachbarn und die Spannungen auf politischer Ebene. Anfang der 90er-Jahre sei die Situation umgekehrt gewesen. Damals waren die politische Eliten Vorreiter einer Annäherung beider Staaten. Heute sei das Deutschlandbild der Polen und das Polenbild der Deutschen weit positiver, als die politischen Beziehungen vermuten lassen. (ddp/kr)