Sachsens Handwerk will Asylbewerbern eine Zukunft über Ausbildungsplätze bieten. „Berufliche Qualifizierung ist der Schlüssel für eine erfolgversprechende Integration“, erklärte der Präsident des Sächsischen Handwerkstages, Roland Ermer, am Montag in Dresden. Zudem böte sich dem Handwerk damit die Möglichkeit, dringend benötigte Fachkräfte zu finden.

Handwerksbetriebe seien bereit, junge Asylbewerber auszubilden, bräuchten aber Planungssicherheit, hieß es. Für das im August 2015 beginnende Ausbildungsjahr sind bereits mehr als 1300 freie Stellen gelistet. Im Vorjahr konnten mehrere Hundert Lehrstellen nicht besetzt werden. „Wir müssen Ausbildungsbetriebe und Asylbewerber an einen Tisch bringen“, betonte Ermer.

Eine Ausbildung scheitere bisher allerdings meist an der Unsicherheit über den rechtlichen Status von Flüchtlingen. „Wenn es ein Bleiberecht für Asylbewerber gibt, die ihre Mitwirkungspflicht im Asylverfahren bereits erfüllt haben, wäre ein erster Schritt getan“, sagte Ermer. Das Handwerk fordert eine Anpassung der Rahmenbedingungen sowie die Förderung von fachspezifischen Sprachkursen und Kursen zur Berufsorientierung.

Sachsens Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) lobte das Engagement: „Das ist genau das richtige Signal. Solche Anstrengungen kommen am Ende allen Beteiligten und unserer Gesellschaft zugute“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Auch der DGB Sachsen sehe Arbeit zu Recht als einen wichtigen Punkt für eine erfolgreiche Integration von Flüchtlingen: „Wenn es um Integration geht, sind wir alle gefragt. Auch die Politik, aber sie nicht allein.“ Sehr viele Menschen setzten sich in vorbildlicher Weise für Integration und Zusammenhalt ein.