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| 02:35 Uhr

Handwerk rügt verkorkste Energiepolitik

Die Handwerkskammer Cottbus (HWK) hatte am Mittwochabend zu ihrem traditionellen Neujahrsempfang mit rund 300 Gästen in das Haus des Handwerks am Altmarkt eingeladen. Bei diesem gemeinsamen Treffen sprachen Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft über die Ziele im neuen Jahr, tauschten Erwartungen aus und diskutierten über mögliche Hürden. Als Ehrengast ist in diesem Jahr der Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Dr. Dietmar Woidke von Handwerkskammerpräsident Peter Dreißig und Hauptgeschäftsführer Knut Deutscher begrüßt worden.
Die Handwerkskammer Cottbus (HWK) hatte am Mittwochabend zu ihrem traditionellen Neujahrsempfang mit rund 300 Gästen in das Haus des Handwerks am Altmarkt eingeladen. Bei diesem gemeinsamen Treffen sprachen Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft über die Ziele im neuen Jahr, tauschten Erwartungen aus und diskutierten über mögliche Hürden. Als Ehrengast ist in diesem Jahr der Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Dr. Dietmar Woidke von Handwerkskammerpräsident Peter Dreißig und Hauptgeschäftsführer Knut Deutscher begrüßt worden. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Neujahrsempfang der Handwerkskammer Cottbus. Präsident Peter Dreißig kürt sein Unwort des Jahres 2016: Dekarbonisierung. Dahinter verstecke sich, so Dreißig, die Abkehr des Bundes von der wettbewerbsfähigen Braunkohle. Christian Taubert

Die Handwerkskammer Cottbus hat die Große Koalition in Berlin auf ihrem Neujahrsempfang am Mittwoch scharf gerügt. Die Themen Rente mit 63, Maut, Erbschaftsteuer oder Bürokratie "könnten uns noch auf die Füße fallen", sagte Peter Dreißig. Vor allem aber nahm er die "verkorkste Energiepolitik" aufs Korn.

Vor dem Hintergrund des für Mitte 2016 angekündigten Klimaschutzplanes 2050 der Bundesregierung kritisierte er die angestrebte Dekarbonisierung, die eine Abkehr der Energiewirtschaft von kohlenstoffhaltigen Energieträgern anstrebe. Der HWK sei es unverständlich, warum aus klimapolitischen Gründen "mit der Braunkohle eine wettbewerbsfähige Industrie verdrängt werden soll", während etwa an der Neiße in Polen Tagebaupläne Konturen annehmen, die Jänschwalde und Jänschwalde-Nord übertreffen.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ließ vor Bundes- und Landtagsabgeordneten sowie Vertretern aus Landes- und Kommunalpolitik, Wirtschaft und Gesellschaft keinen Zweifel: "Sie können sicher sein, dass die Landesregierung weiter für die Braunkohlenutzung in der Lausitz kämpft." Gegenüber der RUNDSCHAU erinnerte er daran, dass 2015 der vom Bund geplante Strafbeitrag für Braunkohlekraftwerke verhindert werden konnte. Und er machte mit Blick auf die Vattenfall-Verkaufspläne deutlich, dass die Lausitz auch in Zukunft als Energieregion eine hohe Bedeutung haben werde.

Das "Handelsblatt" schreibt mit Verweis auf vertraute Kreise, dass Offerten von Vattenfall-Käufern bis zur ersten März-Woche vorliegen sollen.