Der sächsische Einzelhandel hofft für das diesjährige Weihnachtsgeschäft auf einen Umsatz von rund sechs Milliarden Euro. "Das wäre ein Umsatzplus von 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr", sagte Eberhard Lucas, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Sachsen. Im vergangenen Jahr waren gut fünf Milliarden Euro erreicht worden und damit weniger als prognostiziert.

Auch der Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller sieht dem Weihnachtsgeschäft zuversichtlich entgegen. Handel und Logistikunternehmen stellen mehrere hundert Mitarbeiter als Saisonkräfte ein, wie die Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit mitteilte.

"Für den Spielzeughandel bedeutet das Weihnachtsgeschäft einen Anteil von etwa 30 Prozent am Gesamtjahresumsatz", erläuterte Lucas. Als Geschenke lägen auch in diesem Jahr wieder Bücher, Uhren und Schmuck sowie Unterhaltungselektronik im Trend. "Der private Konsum blüht, vor allem durch die stabile Situation auf dem Arbeitsmarkt und steigenden Einkommen." Sorgen bereiten dem stationären Handel indessen die weiter boomenden Internethändler.

Tradition und Ausgefallenes

Die Erzgebirgischen Kunsthandwerker und Spielzeughersteller erwarteten stabile Umsätze, berichtete Verbandsgeschäftsführer Dieter Uhlmann. Die Branche werde in diesem Jahr vermutlich wieder einen Umsatz von etwa 50 Millionen Euro erzielen. Seinen Angaben zufolge wird sich das Weihnachtsgeschäft ungefähr auf Vorjahresniveau halten. "Es gibt gegenwärtig keine Anzeichen für eine Verschlechterung oder Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr."

Weiterhin beliebt ist nach Verbandsangaben die Pyramide, die auch schon mal so winzig und filigran sein darf, dass sie in eine Walnussschale passt. Dazu kommen ausgefallene Figuren: Bei den Räuchermännern sind beispielsweise Motorradfahrer ebenso vertreten wie ein qualmender Weihnachtsmann in Form eines Hauses.

"In den vergangenen Jahren wurden durch die Arbeitsagenturen und Jobcenter mehrere hundert Menschen für das Saisongeschäft zu verschiedenen Arbeitgebern vermittelt", erklärte Frank Vollgold, Sprecher der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit. Der jahreszeitliche Schwerpunkt im Saisongeschäft liege rund um die Weihnachtszeit und Ostern. "Hier fragen vor allem Unternehmen aus dem Bereichen Handel und Logistik verstärkt Arbeitskräfte nach."

Konkrete Zahlen zu den Vermittlungen konnte Vollgold nicht nennen, da diese nicht statistisch erfasst würden. Der Online-Händler Amazon, der in Leipzig ein Versandlager unterhält, kündigte als einer der großen Arbeitgeber für Saisonkräfte an, rund 1500 zusätzliche Mitarbeiter für das Weihnachtsgeschäft einstellen zu wollen. Die ersten Aushilfen seien bereits fest gebucht.