insgeheim beste Chancen ausgerechnet. Am 29. Februar wird es so weit sein.
Doch die Vorfreude auf den Wahlabend dürfte vor allem den Sozialdemokraten vergangen sein. Denn sie müssen sich womöglich mit einem Szenario anfreunden, das in der traditionellen SPD-Hochburg bis vor kurzem noch keiner für möglich gehalten hätte: eine absolute Mehrheit für Amtsinhaber Ole von Beust (CDU).
Seit Wochen setzt die CDU nur noch auf ein Thema. "Ole wählen", appellieren die Plakate mit dem Porträt des blonden Juristen. Mit dem Slogan "Michel Alster Ole" wird der Bürgermeister nach nur zwei Jahren im Rathaus gar zum Wahrzeichen Hamburgs erhoben. Viel mehr Programm ist nicht. Vor allem schweigen die Konservativen beharrlich zu ihrem unrühmlichen Koalitionsfiasko, auf dessen peinlichem Höhepunkt Schill vor laufenden Kameras im Rathaus über angebliche "Liebesakte" zwischen dem Bürgermeister und Justizsenator Roger Kusch (CDU) schwadronierte. Motto: Schwamm drüber. Jetzt heißt es, mit dem populären Spitzenkandidaten von Beust ein gewisses Hamburg-Feeling der Wählerschaft anzusprechen. Den Umfragen zufolge klappt das bestens.
Die SPD in Bremen und ihr beliebtes Aushängeschild Henning Scherf haben es vorgemacht. Mit dem Slogan "Henning wählt man so" wurden die Sozialdemokraten bei der vergangenen Landtagswahl trotz bundesweitem Negativtrend erneut die stärkste Partei in Bremen. Den Hamburger Sozialdemokraten hingegen fehlt ein solches Zugpferd. Ihr Spitzenkandidat Thomas Mirow gilt zwar als fachlich kompetent, aber auch als blass. So versucht der Unternehmensberater, der einigen Hamburgern noch als Wirtschaftssenator in Erinnerung sein dürfte, mit einem ganzen "Kompetenzteam" und Sachthemen gegen die Ole-Manie der CDU und den negativen Bundestrend der SPD anzukommen.
In den Umfragen liegt die CDU dennoch seit Wochen mit mehr als 40 Prozent der Stimmen weit vor der SPD, die an der 30-Prozent-Marke dümpelt. Um die Regierungsmehrheit in der Bürgerschaft aber liefern sich von Beust und sein SPD-Herausforderer Mirow auch im Wahlkampf-Endspurt noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen.