Zwölf Polizisten wurden verletzt, sechs Demonstranten vorübergehend festgenommen.
Die Polizei hatte sich mit einem Großaufgebot von mehr als 1000 Beamten darauf eingerichtet, ein Zusammentreffen der teils ebenfalls von auswärts angereisten rund 500 Linken mit den Rechtsextremen zu verhindern, was auch weitgehend gelang. Zugleich wurde die Marschroute der Neonazis geändert, um eine Eskalation der Situation im Keim zu ersticken.
Am Vormittag hatten Gewerkschafter und Einwohner von Halle auf dem Marktplatz gegen Rechtsextremismus protestiert. Oberbürgermeisterin Ingrid Häußler (SPD) betonte: "Wir wollen ganz deutlich sagen, dass wir auf den wichtigsten Plätzen unserer Stadt die Themen bestimmen und rechten Parolen keinen Spielraum geben." Es nütze nichts, wegzusehen, man müsse Position beziehen.
Wegen der Neonazidemonstration waren die traditionelle Maikundgebung und das Familienfest von Gewerkschaften und Stadt vom Kulturpark Saaleaue demonstrativ auf den Markt verlegt worden. Schauspieler und Theaterintendant Peter Sodann erinnerte an die Tradition des "Tages der Arbeit". Der 1. Mai werde immer wichtiger. "Die Gerechtigkeit in Deutschland nimmt immer mehr ab und wir werden den 1. Mai brauchen, um gemeinsam zu demonstrieren."