während seiner Untersuchungshaft an einen Bekannten schrieb, dürfte sich vorerst nicht erfüllen. Wegen der Überfälle auf Dresdner Dönerbläden während der Fußball-EM 2008 wurde der 21-Jährige am Montag zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Landgericht befand ihn des schweren Landfriedensbruchs für schuldig und sah es als erwiesen an, dass er bei der Planung der Überfälle als Rädelsführer fungierte. Der polizeibekannte Hooligan nahm das Urteil äußerlich ruhig zur Kenntnis, folgte das Gericht doch dem Antrag seines Verteidigers. Die Staatsanwaltschaft hatte dreieinhalb Jahre gefordert. Zu seinen Gunsten wertete das Gericht K.s Teilgeständnis während des Prozesses. Darin hatte er die Verantwortung für die Vorfälle in Dresden am Abend nach dem EM-Halbfinalspiel Deutschland - Türkei übernommen. Er hatte nach eigenen Angaben eine SMS und eine Bildnachricht versandt, mit denen die Attacken eingeleitet wurden. Als Motiv gab er an, dass es in der Vergangenheit bei seiner Tätigkeit für eine Sicherheitsfirma in Diskotheken häufig zu Auseinandersetzungen mit einer Gruppe türkischer Jugendlicher gekommen sei. Wie K. erfahren haben wollte, sollte sich die Gruppe am Tattag in einem der Dönerläden in der Dresdner Neustadt aufhalten. Mit der Aktion habe man die Jugendlichen "erschrecken" und gemeinsam mit Anderen, die er nicht namentlich nannte, "ein Exempel statuieren" wollen. Er bedauere es, dass dabei Unbeteiligte zu Schaden gekommen seien, sagte er. K.s Verteidiger wertete diese Aussagen als "Umdenken", das bei seinem Mandanten während der Zeit in der Untersuchungshaft stattgefunden habe. Der Staatsanwalt konnte indes keine ehrliche Reue bei dem Dresdner erkennen. Auch das Gericht schenkte nicht allen Ausführungen des 21-Jährigen Glauben. Es bleibe aber festzuhalten, dass das Teilgeständnis das Verfahren erheblich verkürzt habe, sagte die Vorsitzende Richterin Michaela Kessler. Inwiefern die Überfälle fremdenfeindlich motiviert waren, wurde auch am Ende des Prozesses nicht eindeutig klar. Während die Staatsanwaltschaft ein "fremdenfeindliches Klima" unterstellte, in dem die Überfälle stattgefunden hätten, sah das Gericht die Attacken eher als Teil eines "Privatkriegs im Türstehermilieu". Der Angeklagte selbst, der bereits wegen Diebstahls, Landfriedensbruch und der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen - zweimal soll er den Hitlergruß gezeigt haben - vor Gericht stand, bezeichnete sich selbst während der Verhandlung als nicht fremdenfeindlich.