| 02:38 Uhr

Haft für schweren Kindesmissbrauch

Cottbus. Wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern ist am Dienstag ein 51-jähriger Mann aus Lübbenau zu einer Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren verurteilt worden. Das Landgericht Cottbus sah es als erwiesen an, dass der Mann insgesamt 21 Übergriffe begangen hat. Jan Augustin

In einem Fall soll eine Vergewaltigung vorgelegen haben. Der ehemalige Lastkraftwagenfahrer war bereits 2015 vom Amtsgericht Lübben wegen ähnlicher Taten verurteilt worden und sitzt deshalb schon in Haft.

Das aktuelle Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Gegenüber der RUNDSCHAU hat der Pflichtverteidiger bereits angekündigt, in Revision gehen zu wollen. Er hatte Freispruch für seinen Mandanten gefordert. Die Taten, wegen derer der Mann jetzt verurteilt wurde, liegen knapp zehn Jahre zurück. Das Gericht geht davon aus, dass es sogar eine noch größere Anzahl von Misshandlungen gab. "Wahrscheinlich gab es noch weit mehr Taten", sagte der Vorsitzende Richter Christian Fisch. Das Urteil stützt sich vor allem auf die Aussagen von zwei Brüdern. Als Zeugen hatten sie geschildert, wie sie vor etwa zehn Jahren in die Fänge des Bekannten der Familie gerieten. Beim gemeinsamen Angeln, beim Fernsehen in der Wohnung des Zweifamilienhauses in einem Lübbenauer Ortsteil, in der Badewanne oder im Lkw sei es zu den Übergriffen gekommen.

Der Lübbenauer habe das Vertrauen der beiden Jungen missbraucht, so Richter Fisch in der Urteilsbegründung. Die Kinder, damals im Grundschulalter, hatten in ihm eine Vaterfigur gesehen. In ihrer eigenen Familie gab es damals Probleme. Lausitz Seite 2