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Haft für Messerattacke auf Rocker

Cottbus. Das Landgericht Cottbus hat am Freitag einen Cottbuser Kickboxer und Neonazi zusammen mit zwei weiteren Angeklagten der schweren Körperverletzung schuldig gesprochen. Die Verteidiger der Verurteilten kündigten Revision an. Simone Wendler

Die Schwurgerichtskammer sah es als erwiesen an, dass Markus W., Denny M. und Andre S. im Februar 2013 in der Cottbuser Innenstadt einen "Hells Angel" mit Messerstichen lebensgefährlich verletzten.

Anlass der von W. initiierten Tat sei ein Streit mit dem Rocker gewesen, für den der Kickboxer sich rächen wollte, so der Vorsitzende Richter Frank Schollbach in der Urteilsbegründung.

Als Beweise für die Beteiligung der drei Cottbuser führte er Zeugenaussagen, DNA-Spuren und die Auswertung von Telefondaten an. Das Gericht sah in der Tat jedoch nur eine schwere Körperverletzung und nicht, wie von der Staatsanwaltschaft angeklagt, versuchten Totschlag.

Die Angeklagten waren nach der Tat untergetaucht und seit ihrer Festnahme in Untersuchungshaft. Sie hatten während des Prozesses geschwiegen. Ihre Verteidiger hatten Freisprüche gefordert und kündigten nun an, Revision einzulegen.

Verfolgt wurd e die Urteilsverkündung im Zuschauerraum von etwa 40 Sympathisanten der Angeklagten. Sie standen jeweils demonstrativ auf, als die Männer in Handschellen einzeln in den Saal geführt wurden. Zu Beginn der Urteilverkündung blieben sie dagegen demonstrativ sitzen.

Unter den Sympathisanten waren Mitglieder der Vereinsspitze des Cottbuser Kickbox-Teams (KBTC). Der verurteilte Markus W. war Mitbegründer und jahrelang Spitzenkämpfer des Vereins. Weil sich der KBTC nicht glaubhaft von ihm distanzierte, wurde der Verein aus Stadt- und Landessportbund ausgeschlossen .

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