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Häufung von Notrufmissbräuchen in der Lausitz

Axel Leubauer nimmt in der Leitstelle Lausitz Notrufe entgegen.
Axel Leubauer nimmt in der Leitstelle Lausitz Notrufe entgegen. FOTO: Hilscher
Cottbus/Hoyerswerda. Der Missbrauch von Notrufnummern gehört in den Lausitzer Leitstellen von Polizei und Feuerwehr beinahe zum Tagesgeschäft. „Wir werden zu Einsatzstellen gerufen, an denen es weder einen Brand, noch eine andere Notsituation gibt“, schildert Gerd Hönig die seit Jahren anhaltende Situation. Andrea Hilscher und Christian Taubert

Der stellvertretende Leiter der Integrierten Regionalleitstelle Oberlausitz der Feuerwehr in Hoyerswerda fügt hinzu, "dass viele Anrufer offenbar glauben, dass wir eine Kosten sparende Auskunft sind".

Falsche Feuermeldungen, Manipulation von Brandmeldern, Lockanrufe bei der Polizei - auch die Leitstelle Lausitz in Cottbus ist davon nicht verschont und bringt solche Fälle zur Anzeige. Denn Notrufmissbrauch ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Straftatbestand. Bei einer Verurteilung drohen bis zu einem Jahr Haft. "Wenn wegen solcher Anrufe echte und eventuell lebensbedrohliche Notfälle nicht bearbeitet werden können, kann großer Schaden entstehen", sagt der Cottbuser Polizeisprecher Torsten Wendt.

Die Brandenburger Polizei schätzt die Anzahl der Anrufe ohne Notrufcharakter auf 15 bis 20 Prozent. Wie der stellvertretende Pressesprecher des Potsdamer Innenministeriums Andreas Carl betont, würden Anrufer konsequent darauf hingewiesen. Der Görlitzer Polizeisprecher Thomas Knaup verweist darauf, dass die Beamten sorgfältig abwägen, wann das Maß überschritten sei und dann auch eingreifen. "Dass uns Bürger anrufen, ist grundsätzlich gut. Wir wollen schließlich auch, dass sie uns helfen, wenn wir um ihre Mithilfe bitte."

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