Sachsen ist dabei keine Ausnahme. Jede Art, die es nicht mehr gibt, ist ein großer Verlust für das ökologische System, von dem auch wir Menschen abhängen", sagte Umweltminister Frank Kupfer (CDU). Deshalb seien die Anstrengungen darauf gerichtet, die Lebensgrundlagen bedrohter Tier- oder Pflanzenarten zu sichern. Erfolge dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lage vieler Arten besorgniserregend sei. "Ungefähr die Hälfte unserer Arten steht auf der Roten Liste. Wir dürfen deshalb mit unseren Schutzbemühungen nicht nachlassen." Kleine Lösungen hilfreichAls Hauptaufgabe sieht Kupfer die Umsetzung des europäischen Netzes Natura 2000. Im Fokus stehe der Erhalt bedrohter Arten in der Agrarlandschaft. "Das gelingt oft schon mit einfachen, kleinen Lösungen", sagte Kupfer und erinnerte an ein sächsisches Projekt zum Schutz von Bodenbrütern. Dabei sparen Bauern beim Bestellen ihrer Felder Flächen aus, um Vögeln wie dem Kiebitz oder der Feldlerche eine erfolgreiche Brut zu ermöglichen. Für den damit verbundenen Aufwand bekommen die Landwirte einen Ausgleich. Auch für Fischotter, Weißstorch, Lachs und Flussperlmuschel gibt es im Freistaat seit Jahren Schutzprogramme. "Die Flussperlmuschel konnte so vor dem Aussterben bewahrt werden, der Lachs wurde wieder angesiedelt." "Staatlich geförderte Projekte zur Biotoppflege etwa auf Bergwiesen im Osterzgebirge sichern die Lebensräume einer Vielzahl gefährdeter Arten", erklärte der Minister. Dank an NaturschützerEin messbares Ergebnis der Erfolge in Sachsen sei der Nachweis verschwunden geglaubter Arten wie Wildkatze, Nymphenfledermaus und Steinkrebs. Vorkehrungen, einer besseren Umweltsituation und dem Engagement vieler ehrenamtlicher Naturschützer sei es zu verdanken, dass es positive Bilanzen auch für den Seeadler, den Wanderfalken, den Kranich und den Fischotter gebe. Kupfer, der zugleich für Argrar zuständig ist, sieht sein Ressort nicht im Zwiespalt. "Landwirtschaft und Umweltschutz sind zwei Seiten einer Medaille. Sie schließen sich nicht aus, auch wenn im Einzelnen natürlich Interessenkonflikte bestehen." Dennoch seien auch die Bauern auf eine intakte Umwelt angewiesen. Heute werde knapp ein Fünftel der Agrarfläche umwelt- und naturschutzgerecht bewirtschaftet. Dazu gehöre der Verzicht auf Dünger oder Pflanzenschutzmittel. Kupfer zufolge helfen die Landwirte so beim Schutz des Bodens vor Erosion, Hochwasser und auch beim Schutz des Grundwassers. Sachsen habe dies allein im Vorjahr mit 20,7 Millionen Euro gefördert. "Der Agrarraum darf nicht allein als reine Nutzfläche gesehen werden. Er ist auch Lebensraum von Arten mit teilweise europäischer Bedeutung." Deshalb beobachte man die Bestände, um bei negativen Entwicklungen gegensteuern zu können.