Ein Häftling hat am Donnerstag vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichtes Cottbus gestanden, einen früheren Mitgefangenen in der JVA Cottbus-Dissenchen mit einer Hantelstange angegriffen zu haben. Die Tat ereignete sich vor einem Jahr in einem Sportraum im Keller eines Hafthauses, in dem der Angeklagte mit vier anderen Gefangenen trainierte. Laut Anklage soll der Afrikaner sein Opfer ohne Anlass von hinten mit der Eisenstange attackiert haben, um ihn zu töten. Er ist inzwischen im Justizvollzug in Brandenburg an der Havel untergebracht.

Der Anwalt des 25-jährigen Flüchtlings aus dem Tschad verlas zum Prozessauftakt eine Erklärung, in der die Tötungsabsicht bei dem Angriff bestritten wurde. Es habe sich um eine Kurzschlusstat gehandelt, weil der Afrikaner von Mitgefangenen wochenlang immer wieder rassistisch beleidigt worden sein soll, so der Verteidiger: "Mein Mandant hat sich in der Haftanstalt nicht mehr sicher gefühlt." Auch unmittelbar vor der Tat soll es eine fremdenfeindliche Äußerung im Sportraum gegen ihn gegeben haben.

Das heute 24-jährige Opfer des Angriffs, das schwerste Kopfverletzungen erlitt, sagte als Zeuge aus. An die Tat selbst habe er keinerlei Erinnerung. Er könne sich den Angriff auch nicht erklären: "Bis dahin dachte ich, dass wir ein gutes Verhältnis hatten." Den Vorwurf fremdenfeindlicher Beleidigungen gegen den Angeklagten wies er zurück. Auch ein Mitgefangener sagte aus, dass es solche Beleidigungen nicht gegeben habe.

Themen des Tages Seite 3