Die stoische Ruhe seines Rivalen Nikolai Dawidenko und der sture Blick ohne jede Gefühlsregung raubten dem 29-Jährigen den letzten Nerv, der ihm bei dem ungleichen Kampf gegen die russische "Ballwand" überhaupt noch geblieben war. Ausgeholt hatte er schon, das Tennis-Racket dann aber doch festgehalten und nach dem soundsovielten Fehler nicht auf den Center Court geknallt. Ohnehin hätte er das US-Open-Aus gegen das Laufwunder damit nicht verhindert, das ihn schon im vorigen Jahr im Viertelfinale von New York bezwungen hatte. Höchstens eine Verwarnung hätte er riskiert - beim klaren 3:6, 3:6, 4:6 gegen den "Langweiler aus Moskau".
"Er zeigt überhaupt keine Emotionen; mein Gott, ist das langweilig", stöhnte Haas, der zum dritten Mal den Einzug ins Halbfinale von Flushing Meadows verpasste. "Wenn man ihn auf der Anlage rumlaufen sieht, kann man nicht glauben, dass er einer der besten Spieler der Welt ist." (dpa/noc)