Als die Emotionen Achterbahn fuhren, lächelte der Hamburger in New York souverän und ließ sich auch von dummen Fehlern und drei Matchbällen gegen sich nicht aus der Bahn werfen. "Es lief unmenschlich und war unglaublich dramatisch", sagte der 29-Jährige nach dem in fünf verrückten Sätzen nach 3:15 Stunden hart erkämpften 4:6, 6:4, 3:6, 6:0, 7:6 (7:4)-Erfolg. In der Runde der letzten Acht ist heute Nikolai Dawidenko sein Gegner. Der Russe hatte ihm 2006 den ersten Einzug in die Vorschlussrunde des Grand-Slam-Tennisturniers in Flushing Meadows vermasselt und in diesem Jahr in der zweiten Runde Nicolas Kiefer ausgeschaltet.
In seinem ersten Match auf dem Center Court bei den US Open 2007 war der letzte der 19 gestarteten deutschen Tennisprofis zunächst unsicher und nervös. Doch als es darauf ankam, hielten seine Nerven. Aus gutem Grund, wie der Weltranglisten-Zehnte erzählte: "Schon im letzten Jahr habe ich hier zwei Matches im Tiebreak gewonnen. Warum also sollte es nicht wieder klappen?" Mit dieser Überzeugung ging Haas den finalen Schlussakt so an wie es ihm in der Klasse-Partie nicht immer gelungen war.
Die Folgen der Schulterverletzung von damals beeinträchtigen Haas noch immer. Doch die Beschwerden vom Beginn des Turniers scheinen ausgestanden zu sein, wie der Auftritt gegen Blake zeigte. Zwar schlug er nicht immer mit voller Kraft auf, aber bei den wichtigen Punkten zog er die Schläge voll durch. Bis zum Match gegen Dawidenko will Haas dennoch wieder einen großen Bogen um die Trainingsplätze machen und sich stattdessen mit viel Ruhe und Pflege vorbereiten. (dpa/jam)