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Gymnasium ohne super Noten

Dresden. Der Weg ans Gymnasium wird in Sachsen leichter. Nach der vierten Klasse können Eltern demnächst selbst entscheiden, wie es für ihre Kinder schulisch weitergeht. Christine Keilholz / ckz1

Die Türen zu den sächsischen Gymnasien gehen ein Stück weiter auf. Künftig können auch Schüler mit weniger als dem Notendurchschnitt 2,0 nach der Grundschule auf das Gymnasium wechseln. Das hat der Landtag in Dresden am Mittwochabend beschlossen.

Die Bildungsempfehlung, bislang entscheidende Hürde für jeden Schüler, bleibt zwar erhalten. Doch nun können Eltern entscheiden, ob sie ihr Kind trotz einer Empfehlung für die Oberschule auf den höheren Bildungsweg schicken.

Mit der Neuregelung im Schulgesetz reagiert der Freistaat auf ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts in Dresden vom August 2016. Das Gericht hatte in einem Eilverfahren Eltern recht gegeben, die die Oberschul-Empfehlung für ihre Tochter nicht akzeptieren wollten. Klare Kriterien für die Bildungsempfehlung von der Grundschule zur weiterführenden Schule stehen bislang nicht im Schulgesetz.

Kritiker der Entscheidung befürchten seitdem einen Ansturm auf die Gymnasien. Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) kann da beruhigen. Eltern würden "sehr verantwortungsvoll" mit den neuen Möglichkeiten umgehen, sagte Kurth im Landtag. Sie rechnet mit "ein bis zwei Prozent eines Viertklässler-Jahrgangs", die über das bisherige Maß ans Gymnasium wollen. Die Schulen seien darauf vorbereitet. Zahlenmäßig werde es nur in Leipzig und Dresden "besondere Herausforderungen" geben. Denn dort wird es eng an den Gymnasien.

Der CDU-Abgeordnete Lothar Bienst betonte das weiterhin "hohe Anspruchsniveau" der Gymnasien.

Bisher war ein Notendurchschnitt von mindestens 2,0 in Deutsch, Mathematik und Sachunterricht im Zeugnis der 4. Klasse Voraussetzung für eine Gymnasialempfehlung.

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