Und die bestätigten etwas, woran zuvor wohl nur Matthias Platzeck selbst und vielleicht noch einige hoffnungslose Optimisten glauben mochten: Die Potsdamer Koalition steckt das Debakel um den Berliner Großflughafen im Großen und Ganzen gut weg.

Während Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) in der Wählergunst steil nach unten fällt, würde in Brandenburg weiterhin eine solide Mehrheit der Wähler für Rot-Rot stimmen. Rund 60 Prozent der Stimmen könnten SPD und Linkspartei auf sich vereinen, wenn am nächsten Sonntag Landtagswahl anstünde.

Zwar sank der Wert der SPD in den letzten drei Monaten um drei Prozent auf nur noch 36 Prozent - doch gleichzeitig stieg der Wert der Linken um zwei auf 24 Prozent. In der Potsdamer Koalition dürfte das für ein Aufatmen sorgen, waren es doch die Linken, die sich in den letzten Monaten teils öffentlich um ihren Einfluss im Regierungslager sorgten.

Die Opposition dagegen kommt in Brandenburg weiterhin nicht aus den Puschen. Die endlich befriedete CDU errang nur 22 Prozent der Stimmen, das war sogar ein Prozentpunkt weniger als bei der letzten Umfrage im September. Damit wäre eine Regierungsbeteiligung für die Christdemokraten in Brandenburg auch als Juniorpartner der SPD derzeit eher unwahrscheinlich. Denn Rot-Rot hat keinen Grund zum Auseinandergehen.

Weniger Grund zur Freude haben dagegen die kleineren Parteien: Die Grünen stagnieren bei sieben Prozent - von den guten Ergebnissen auf Bundesebene profitieren sie derzeit eher nicht.

Und bei den Liberalen reicht es allenfalls für ein leichtes Aufatmen: Mit drei Prozent würde man zwar den Wiedereinzug in den Landtag verfehlen, aber im September wurde die FDP sogar bei nur zwei Prozent gemessen.

Mühsam nährt sich das Eichhörnchen, aber immerhin geht der Trend wieder nach oben. Doch wie lange werden diese Zahlen Bestand haben? Schon die Landtagswahl am 20. Januar in Niedersachsen wird Auswirkungen auch auf die politische Stimmungslage Brandenburgs haben.

Dann folgen die Volksabstimmung zum Nachtflugverbot und die Unterschriftensammlung für die Lausitzer Hochschulen - beide Initiativen könnten sich zuungunsten des Regierungslagers auswirken.

Am Ende kann man deswegen wohl mit Winston Churchill sagen: "Traue keiner Umfrage, es sei denn, Du hast sie selbst gefälscht."

P.S.: Zeit für ein Aufatmen haben die Potsdamer Politiker in diesen Tagen nur bedingt. Denn in den nächsten Wochen beginnt der endlose Reigen der Neujahrsempfänge. Da heißt es in den ersten Tagen des neuen Jahres, den Gürtel enger schnallen, damit die Kalorien der Weihnachtsgänse nicht dazu führen, dass irgendwann vor einem wichtigen Termin die Hose reißt, und man nicht, wie es dem Verfasser dieser Zeilen kurz vor Weihnachten passierte, in Windeseile ein Modegeschäft in Potsdam suchen muss . . . Das jedenfalls wäre kein guter Start ins neue Jahr.