Der Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus, Wolfgang Krüger, hat am Dienstag der Bundesregierung vorgeworfen, mit "Ohnmacht" auf die steigenden Energiekosten zu reagieren. Mit Energieberatern wolle sie Strom-Einsparungen vorgaukeln. "Damit wird die Debatte aber nur noch an Schärfe zunehmen", betont Krüger bei der Präsentation der Herbst-Konjunkturumfrage im Süden Brandenburgs. Und er fügte hinzu: "Wenn es keine Ausnahmen bei der EEG-Umlage für Dutzende Betriebe in der Lausitz gibt, gefährdet das nicht nur Arbeitsplätze, sondern ganze Standorte." An der Schraube der Energie-Steuer zu drehen, sei für ihn ein gangbarer Weg.

Sachsen: Positiver Trend

Wie in Südbrandenburg sind auch die Unternehmen im IHK-Kammerbezirk Dresden mit ihrer aktuellen Lage zufrieden. Wie der Chemnitzer IHK-Präsident Franz Voigt für die Landesarbeitsgemeinschaft der IHK im Freistaat erklärt, würden in allen Wirtschaftsbereichen positive Einschätzungen dominieren, wobei Bau und Dienstleistungen das beste Lagebild darstellen. Insgesamt bewerten in Sachsen 45 Prozent der Betriebe die Geschäftslage als "gut", nur elf Prozent als "schlecht".

Auf jene gut 90 Prozent der Unternehmen im IHK-Bezirk Cottbus, die sich in einer guten Verfassung befinden, verweist auch Wolfgang Krüger. Zwar hätte die Dynamik aufgrund der rückläufigen Inlandskonjunktur und der Probleme in der Euro-Zone etwas nachgelassen, "was zu einem langsameren Wachstum führt". Die Prognosen seien verhaltener im Vergleich zum Rekordjahr 2011. Nur 13 Prozent der Betriebe rechnen laut Umfrage in den kommenden Monaten mit besseren Geschäften. Krüger betonte aber: "Dennoch ist nicht mit einem Stillstand zu rechnen."

Gute Beschäftigungslage

Daraus resultiert auch eine Beschäftigungslage, die noch nie so gut gewesen sei. So wollen in Südbrandenburgs gewerblicher Wirtschaft laut Umfrage elf Prozent der Betriebe Neueinstellungen vornehmen, 71 Prozent sichern den Personalbestand.

Zu einem Wachstumstreiber haben sich nach Einschätzung der IHK Handel und Dienstleistungen entwickelt. Voigt verweist für Sachsen auf "das beste Lagebild" in diesem Bereich sowie im Bauwesen. Die IHK Cottbus belegt mit ihrer Umfrage diese Einschätzung. Günstige Zinsen für Bauherren und gute Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst sowie im Bereich Bergbau, Chemie, Energie würden sich hier niederschlagen.

Herbst-Konjunkturumfragen:

www.cottbus.ihk.de

www.dresden.ihk.de

Zum Thema:
Einen aktuellen Zahlenspiegel zur Wirschaftsentwicklung im Süden Brandenburgs stellen IHK und HwK Cottbus ab heute bereit. Dabei werden statistisch die Herausforderungen in den Bereichen Energiewende, Ausbau der Infrastruktur und Fachkräftesicherung beleuchtet.