Der Ministerpräsident und die beiden SPD-Minister hatten in Verhandlungen mit der EU die Umwidmung von 190 Millionen Euro erreicht, Anfang Mai sollen in Hof die Verträge unterzeichnet werden.
Mit dem Geld startet der Freistaat unter anderem eine eigene Exzellenz-Initiative an den vier Universitäten, um den laufenden bundesweiten Wettkampf um Elite-Unis zu unterstützen. Dresden und Leipzig hatten dabei bisher nur mit einzelnen Anträgen Erfolg und sollen nun Rückwind bekommen - mit 110 Millionen Euro bis 2013. Das Geld werde in einem gutachterlichen Verfahren verteilt, sagte Stange.
"Nur wenn wir unsere Innovationskraft stärken, wird das Beschäftigungspotential wachsen", sagte Milbradt. Sachsen müsse heute in Forschung investieren, um neben Südostasien und den USA nicht den Anschluss zu verlieren. Mit der Umwidmung der Gelder betrete Sachsen Neuland in der EU und solle damit Modellregion werden. Bei der Umwidmung gebe es keine Verlierer, zumal der Finanzminister dank der guten Wirtschaftslage rund 25 Millionen Euro zusätzlich locker machen konnte, so Milbradt.
Die überraschende Nachricht sorgte an der Leipziger Uni für Freude. "Die Initiative ist ein gutes Signal an die Hochschulen, die sich neben dem regulären Betrieb auch im nationalen und internationalen Wettbewerb behaupten wollen", sagte Rektor Franz Häuser der RUNDSCHAU. "Für die profilbildenden Forschungsbereiche an der Leipziger Universität kommt die Unterstützung gerade Recht." Die Grünen forderten indes ein offenes Verfahren.
Wirtschaftsminister Jurk betonte, dass zudem vier bereits bestehende Programme etwa für Forschungsverbünde, für junge Technologiefirmen und für Informationstechnologien an Schulen um je 20 Millionen aufgestockt werden. Insgesamt erhält Sachsen bis 2013 aus dem EU-Strukturfonds 3,1 Milliarden Euro.