Teilweise fehlt in den ländlichen Bereichen jegliche Bewegung auf dem Grundstücksmarkt. Quadratmeterpreise von fünf bis zehn Euro sind abseits der größeren Kommunen und attraktiven Gebieten wie dem Spreewald keine Seltenheit. In Orten wie Burg, wo wegen der Einschränkungen durch den Flächennutzungsplan zum Erhalt der Streusiedlung das Angebot knapp ist, bringen es bebaubare Grundstücke auf Preise bis über 70 Euro pro Quadratmeter. Ähnlich hoch werden eigentlich nur noch Senftenberger Seegrundstücke und attraktive Lagen in Spremberg gehandelt.

Was den brandenburgischen Teil des Lausitzer Seenlandes angeht, liegen noch nicht allzu belastbare Daten vor. Die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses beobachtet aber ein reges Interesse von Investoren, die sich Land sichern. Ein ähnlich hohes Niveau haben nur noch bestimmte Innenstadtlagen von Lübbenau oder Spremberg. Im Cottbus nahen Kolkwitz gehen Wohngrundstücke für 36 bis 40 Euro weg; Werte, die in zentralen Bereichen Senftenbergs übertroffen, aber in der Spree-Neiße-Kreisstadt Forst größtenteils kaum erreicht werden.

Der Markt für Wohngrundstücke stagniert eher, die Werte dafür haben sich nach dem Nachwende-Hype und dem späteren Einsturz aber wieder stabilisiert und steigen teilweise auch - wenn die Lage stimmt. "Es gibt Orte, in denen es über Jahre keinen Grundstücksverkauf gegeben hat", erklärt Marian Michaelis, der stellvertretende Leiter des Kataster- und Vermessungsamtes Spree-Neiße, das per Vertrag auch den Nachbarkreis im Blick hat. Wo Daten fehlen, soll der "intersubjektive Sachverstand" der Mitglieder des Gutachterausschusses helfen; Sachverständige, Vertreter des Finanzamts, Makler und eine Forstwirtin sind dort vertreten. Die ehrenamtlichen Mitglieder des Gutachterausschusses bewerten zwei Tage lang die Ergebnisse und bringen ihre Orts- und Sachkenntnis ein, wenn es beispielsweise Ausreißer gibt, erklärt Michaelis das Verfahren.

Der Trend in den ländlichen Bereichen allerdings ist mittlerweile deutschlandweit ein Problem, sagt Michaelis. In weiten Teilen der Landkreise Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz gibt es Dörfer, in denen Quadratmeterpreise von fünf bis sieben Euro keine Seltenheit sind - ein Zehntel von dem, was beispielsweise Käufer in attraktiven Spreewald- oder Seenland-Bereichen zu bieten bereit sind. Wobei die Nähe zum Senftenberger See eine Rolle spielt. Im Norden des Oberspreewald-Lausitz-Kreises haben die Seen keine ähnliche Zugkraft.

Entsprechend groß ist die Spanne der Preise, die bei freistehenden Einfamilienhäusern von 8000 bis zu 240 000 Euro reicht. Der Durchschnittspreis ist 2014 allerdings im Vergleich zum Vorjahr gesunken - um 11 000 auf 88 000 Euro. Dagegen sind Eigentumswohnungen in neu errichteten Gebäuden durchschnittlich um fast ein Fünftel auf 120 000 Euro gestiegen; in Alt- und Plattenbauten liegt der Wert teilweise weit darunter. Der Eigentumswohnungsmarkt besteht aber vor allem in Spremberg und Burg; für die Ermittlung der Quadratmeterpreise reichten die Daten der 28 geeigneten Objekte nicht aus. Fast 43 Prozent der verkauften 160 Eigenheime befinden sich in Guben, Spremberg und Welzow.

Details zu Bodenrichtwerten können abgerufen werden auf

www.gutachterausschuss-bb.de

geoportal.lkspn.de

Zum Thema:
Weil beide Katasterbehörden der Kreise Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz in Cottbus im gleichen Verwaltungsgebäude sitzen, haben sie erst kooperiert, dann fusioniert. In diesem Jahr wurde der erste gemeinsame Grundstücksmarktbericht vorgelegt. Basis dafür sind die Notarverträge über Grundstücksgeschäfte sowie Angaben aus Fragebögen, die anonymisiert in eine Datenbank eingegeben werden. Besonders werden diese Angaben benötigt, wenn beispielsweise verschiedene Flächentypen verkauft wurden (Wald, Acker, Wiesen, Wohngrundstücke). Um den Markt besser einschätzen zu können, sei man insbesondere auf die ausgefüllten Fragebögen angewiesen, so Michaelis.