Nach Schätzungen lebten knapp 140 Brutpaare im Land. Bei Fischadlern gingen die Naturschützer von über 300 Brutpaaren aus. Nur der Schreiadler sei mit etwa 20 bis 25 Brutpaaren weiter gefährdet. Gestern sollten zwei Fischadler-Junge im Naturpark Dahme-Heideseen (Oder-Spree) getauft und beringt werden.
Die Patenschaft für die auf einem Hochspannungsmast lebenden Tiere Adelheid und Alfred übernahmen Brandenburgs Umweltminister Dietmar Woidke (SPD) und Eon edis Vorstandsmitglied Hans Hellmuth übernahmen. "In Brandenburg ist der Adler als Wappentier unter besonderer Beobachtung", sagte Woidke laut einer Mitteilung seines Ministeriums.
Ryslavy nannte drei Gründe für die positive Entwicklung des Adler-Bestandes: Die gute Betreuung der Horste, die durch das Naturschutzgesetz vorgeschriebene Ruhe in bestimmtem Umkreis und das optimale Nahrungsangebot. "Fischadler fressen Weißfische, Seeadler Wasservögel und Fische", erläuterte er. Gefährdet sei aber weiterhin der Schreiadler. Er lebe an Waldrändern und bevorzuge eine vielfältige Landschaft. So benötige er beispielsweise auch Waldmoore und Feuchtwiesen. Die Adler werden jährlich während der Brutzeit gezählt.
Der Mitteilung des Ministeriums zufolge nutzen Fischadler seit Jahrzehnten Strommasten als Brut- und Niststätten, weil geeignete Bäume fehlen. Seit den 1960er-Jahren montierten Energieversorger und Naturschützer Nisthilfen, um Betriebsstörungen durch herabfallendes Nistmaterial zu unterbinden, hieß es.
Der Energieversorger Eon edis AG unterstütze die Beringung der Tiere und habe im Land Brandenburg über 100 Nisthilfen installiert. Am Horst in der Sielmanns Naturlandschaft im Naturpark Dahme-Heideseen ist eine Kamera angebracht, die Bilder von der Kinderstube der Fischadler live ins Internet überträgt.