Zuvor hatte der wissenschaftliche Leiter des Bochumer Instituts für Bildungsforschung und Bildungsrecht (IFBB), Thomas Langer, ein Gutachten vorgestellt, das die Kürzungen als verfassungswidrig einstuft. Sollte die Landesregierung ihre Pläne umsetzen und tatsächlich rund 18 Millionen Euro zulasten der Schulträger einsparen, wären Schulgelderhöhungen für die Träger unumgänglich, so Langer. Nicht mehr alle Eltern wären finanziell in der Lage dazu, ihre Kinder auf einer Schule in freier Trägerschaft anzumelden.

„Die grundgesetzliche Garantie der Privatschulfreiheit wäre verletzt.“ Außerdem dürfe der Staat nicht einseitig nur bei den Schulen in freier Trägerschaft sparen. Das Bundesverfassungsgericht habe bereits 1987 geurteilt, dass der Landesgesetzgeber nicht einseitig Kürzungen zulasten der Ersatzschulträger, sondern nur gleichmäßig für das staatliche Schulwesen und die Schulen in freier Trägerschaft vornehmen dürfe, hält Langer in seinem Gutachten fest. Dies gehe aus dem Gleichbehandlungsgrundsatz des Grundgesetzes hervor.

Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen, Christoph Schröder, betonte, dass die Schulen in freier Trägerschaft gerade in dünnbesiedelten Landstrichen dazu beitragen, Abwanderung zu verhindern. Mancherorts seien die freien Schulen zu Magneten geworden, die junge Familien anzögen. Die geplanten Kürzungen seien jedoch für manche Schulen existenzgefährdend, sagte er. „Ich vermute, nach den Kürzungen wird es auch zu Schulschließungen kommen.“

Allerdings würden die betroffenen Elterninitiativen „vor dem Gang zum Konkursrichter“ zunächst alle nur denkbaren Möglichkeiten zum Erhalt ihrer Schulen nutzen. Das schließe auch ein „aggressiveres Werben um Schüler“ ein, das zulasten des staatlichen Schulsystems gehen würde.

Der Sprecher des Bildungsministeriums, Stephan Breiding, erklärte auf Anfrage, das Land Brandenburg sehe einer eventuellen Verfassungsklage "gelassen entgegen". Die Landesregierung gehe davon aus, dass das Existenzrecht der Schulen in freier Trägerschaft auch nach den Kürzungen ausreichend gewährleistet sei.