Eine Einkreisung von Potsdam erscheine dagegen als "nicht sinnvoll", so der Gutachter. Schon von der Einwohnerzahl (zurzeit 161 000) her sei Potsdam auch künftig allein so stark, dass eine Einkreisung nicht sinnvoll zu diskutieren sei. Hinzu komme, dass es bundesweit keine Landeshauptstadt mit dem Status einer kreisangehörigen Stadt gebe.

Bogumil zufolge sollten Brandenburg, Cottbus und Frankfurt (Oder) dagegen künftig zu Kreisstädten werden. "Dadurch erhalten die einzukreisenden Städte in der Summe eher einen Zuwachs an Verwaltungskraft", heißt es in dem Gutachten. Für die Bürger sei es ohnehin nicht wichtig, ob Leistungen von einer Kreisverwaltung oder einer Stadtverwaltung angeboten werden.

Die Speyerer Finanzwissenschaftlerin Gisela Färber empfiehlt, eine Einkreisung von Cottbus, Brandenburg und Frankfurt mit einem Teilentschuldungsprogramm für die betroffenen Städte zu verbinden. Dies gelte besonders für die extrem hohen Kassenkredite der drei Städte. "Ohne den wirklichen Willen aller Beteiligten, die Haushalte definitiv zu sanieren, braucht man aber gar nicht erst mit Teilentschuldung und Sanierung anzufangen."

Wie der scheidende Innenminister Ralf Holzschuher (SPD) erklärte, seien die Gutachten aber keine "politische Vorentscheidung". Sie dienten vielmehr "als fundierte fachliche Expertise, um die politische Meinungsbildung im Land auf sachlicher Grundlage weiter vorantreiben zu können".

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