Klar, hätte man ja auch eher drauf kommen können. Gut, dass es den Krause gibt. Noch. Ein Polizeiruf steht noch aus mit dem behäbigen Hundefreund, dann geht Krause in Rente. Schade. Aber wenigstens weiß er, wann es Zeit ist, zu gehen. Das weiß schließlich nicht jeder. Samstagabend, ZDF - von wegen Behäbigkeit und so . . .

Nun, wirklich ausgefeilt und kreativ war der Polizeiruf nicht - Schulattentäter. Hatten wir schon ein paar Mal. Im Krimi und in der Realität. Winnenden, Erfurt. Sagt die sportliche Übermutter des einen Bombenbauers ja selbst. Schade, dass ihr Sohn offenbar in der Lage ist, eine Anleitung zum Bombenbau im Internet zu verstehen, an Potenzrechnung aber scheitert. Naja, man muss eben Prioritäten setzen. Liegt bestimmt am Abitur nach zwölf Jahren. Das macht die Schüler irrsinnig. Ist doch klar.

Bei Bombenbauer zwei lagen die Prioritäten in der eloquenten Jugendsprache. "Ich drehe einen fucking Film", sagt er. Ja, so reden Jugendliche heutzutage. Gut, dass die Polizeiruf-Macher so vertraut sind mit dem Jugendsprech. Einen "fucking Film". Aha.

So realitätsnah wie die Jugendlichen in diesem Polizeiruf waren auch die übrigen Charaktere: eine verklemmte und überstrenge Schulleiterin, der überforderte Lateinlehrer mit Hornbrille und Cordhose, die gestresste Referendarin - ganz schön viel Klischee. Aber nicht so schlimm, schließlich war ja Krause da. Der macht den Brandenburg-Polizeiruf in der Regel sehenswert, egal wie realitätsfern der Fall ist. Wenn Krause aber bald fort ist, dann sollten sich die Polizeiruf-Macher vielleicht doch noch mal damit auseinandersetzen, wie man wirklich gute Krimis macht.