Zum 20. Jubiläum der Indienststellung der Fregatte Brandenburg, für die das Land Brandenburg eine Patenschaft übernommen hat, führte das Landespolizeiorchester das "Gut Brandenburg allewege" betitelte Musikstück auf, das künftig speziell mit der Fregatte verbunden werden soll.

Womit sich die rot-rote Landesregierung nicht nur in die Tradition des Frankfurter Militärkapellmeisters Gottfried Piefke stellt. Schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nämlich betitelte der Komponist Richard Henrion einen Fanfarenmarsch mit "Hie guet Brandenburg allewege". Und natürlich enthält auch die letzte Strophe der Landeshymne "Märkische Heide" diese Worte. Um 1876 verfasste der märkische Dichter Otto Franz Gensichen ein gleichlautendes Gedicht - das freilich aus einer eher defensiven Perspektive heraus geschrieben ist. "Schelt mir nicht mein märkisches Land / Will es nicht hören und leiden!" heißt es gleich in den ersten Zeilen. Und später: "Ist auch sein Stammvolk vielleicht nicht ganz echt / Mischling von Deutschen und Wenden / Ist's doch ein markiges, stolzes Geschlecht / Trutzend auf Freiheit, unbeugsam im Recht/ Fleißig mit rastlosen Händen."

Doch auch wenn Traditionslinien manchmal gnadenlos sind: Der heutigen Brandenburger Geschichtspolitik geht es um die Schaffung einer starken Landesidentität. In dieses Bild passt dann auch die Patenschaft für das Marineschiff, dessen Modell den Landtagsflur ziert, und dessen Offiziere und Mannschaften regelmäßig in Potsdam zu Besuch sind. Von irgendeiner Form der Defensive war in der Ansprache von Landtagspräsidentin Britta Stark in Wilhelmshaven jedenfalls nicht viel erkennbar - ganz im Gegenteil: "Ich wünsche mir, dass es die Mannschaft mit Stolz erfüllt, wenn künftig der Marsch der Fregatte Brandenburg erklingt - denn das können Sie alle sein: Stolz auf Ihre Verdienste und einen solchen Teamgeist!" Na dann: "Gut Brandenburg allewege!"