Karlsruhe wirft den bayerischen Richtern vor, ihre Entscheidungen nicht gut genug begründet zu haben, sondern sich mit knappen, allgemeinen Wendungen begnügt zu haben: "Die in den Beschlüssen aufgeführten Gründe genügen nicht, um die Anordnung der Unterbringung des Beschwerdeführers zu rechtfertigen."

Mollath war 2006 auf gerichtliche Anordnung in die Psychiatrie eingewiesen worden, weil er seine Frau misshandelt und außerdem Autoreifen zerstochen haben soll. Anfang August wurde er entlassen.

Das Verfassungsgericht hielt die nachträgliche Überprüfung dennoch für wichtig. Das Oberlandesgericht Nürnberg hatte auf eine Beschwerde von Mollaths Anwalt zugleich angeordnet, dass das Verfahren gegen ihn neu aufgerollt wird. Mollath sah sich stets als Opfer eines Komplotts seiner Ex-Frau und der Justiz, weil er auf Schwarzgeldgeschäfte bei der HypoVereinsbank hingewiesen habe.

Seine Verfassungsbeschwerde hatte sich gegen Beschlüsse des Landgerichts Bayreuth und des Oberlandesgerichts Bamberg aus dem Jahr 2011 gerichtet. Nach Ansicht der Richter verletzen diese Mollaths Grundrecht auf Freiheit der Person in Verbindung mit dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Die Sache wurde deshalb zur erneuten Entscheidung ans Oberlandesgericht Bamberg zurückverwiesen.

Die Karlsruher Richter bemängelten unter anderem, dass die Gerichte in Bayreuth und Bamberg nicht konkret genug dargelegt hätten, dass von Mollath auch künftig Gefahr ausgeht. So habe sich das Landgericht nicht damit auseinandergesetzt, dass die Ausführungen des Sachverständigen in seinem schriftlichen Gutachten von der mündlichen Anhörung abwichen.