Der Polizei ist ein Schlag gegen die Organisierte Kriminalität gelungen. Bei einer Razzia in mehreren Bundesländern wurden gestern zehn Männer festgenommen, teilte das sächsische Landeskriminalamt (LKA) mit. Sie stammen vorwiegend aus Tschetschenien. Gegen neun von ihnen lagen Haftbefehle vor. Ein Tatverdächtiger versuchte bei der Festnahme Widerstand zu leisten und wurde leicht verletzt, hieß es. Ein weiterer Zugriff blieb erfolglos.

Die Polizei stellte viel Beweismaterial sicher, darunter Waffen, Computer, Handys, Bargeld und Fahrzeuge. Da bei den mutmaßlichen Tätern mit einer hohen Gewaltbereitschaft gerechnet wurde, waren auch Spezialkräfte im Einsatz - darunter auch Beamte der Antiterror-Einheit GSG 9.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Dresden richten sich gegen insgesamt 16 Männer im Alter zwischen 21 und 48 Jahren. Sie halten sich als Asylbewerber legal in Deutschland auf.

Schwerpunkt der Razzia war Sachsen. Allein in Dresden gab es zehn Durchsuchungen, fünf in Leipzig und je zwei in Pirna und Radeberg. Bei den Ermittlungen der Dresdner Staatsanwaltschaft geht es um Straftaten wie Bildung einer kriminellen Vereinigung, räuberische Erpressung, Bedrohung, Freiheitsberaubung und Körperverletzung.

Nach Angaben des sächsischen LKA agierten die Täter mit "massiven Drohungen" und "oftmals brutalen Gewaltanwendungen". Sie hätten auch vor dem Einsatz von Waffen nicht zurückgeschreckt. Mit Erpressungen hätten sie versucht, an größere Mengen Geld zu gelangen. "Damit bestritten die Täter offenkundig auch einen großen Teil ihres Lebensunterhaltes", hieß es. Themen des Tages Seite 3