Eilmeldung

UPDATE Sicherheitskonzept fehlt : Weiter Krisensitzung wegen FCE-Spiel

ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:44 Uhr

Grundstückspreise rund um den BER weiter im Steigflug

Lübben. Die Situation ist absurd. Während Grundstücks- und Hauseigentümer unter den An- und Abflugrouten des künftigen Hauptstadtflughafens BER heftig juristisch kämpfen gegen einen möglichen Wertverfall ihrer Grundstücke, sind gleichzeitig Neubauwillige bereit, bis zu 200 Euro pro Quadratmeter für ein Grundstück in derselben Region zu bezahlen. Jan Siegel

Es ist wohl vor allem der große Traum vieler großstadtgeschädigter Berliner. Sie wünschen sich ein Häuschen im Grünen, am besten mit einem unverbaubaren Blick auf den malerischen Zeuthener See. Die Lage ist ideal. Grüne, märkische Idylle mit direkter Anbindung an die flirrende Hauptstadt. Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel soll diesen Traum träumen und sich nach immer wieder auftauchenden Gerüchten ein Grundstück in Zeuthen gesichert haben.

Doch der grüne Traum ist ziemlich teuer. Um die 200 Euro je Quadratmeter muss ein Interessent hinlegen, wenn er ein unbebautes Grundstück am Zeuthener See kaufen will. Das verrät die aktuelle Bodenrichtwertkarte im Landkreis Dahme-Spreewald. Am Dienstag wurde sie vorgestellt. Zeuthen hält dabei den regionalen Spitzenwert - und die Spanne ist riesig. Wer nämlich beispielsweise sein neues Häuschen im idyllisch, aber vergleichsweise abgelegenen Byh le guhre bauen will, bekommt mit etwas Glück den Quadratmeter Bauland immer noch für fünf Euro "geschenkt".

Ein Gutachterausschuss hatte mehr als 2500 Grundstücksverkäufe des Jahres 2013 unter die Lupe genommen, um die neue Bodenrichtwertkarte zu erstellen. Im Großen und Ganzen sind die Preise für "baureife Grundstücke" im unmittelbaren BER-Umfeld im vergangenen Jahr um etwa fünf Prozent gestiegen. Gründe dafür sind nicht nur eine gestiegene Nachfrage, sondern auch die Tatsache, dass das Bauland im unmittelbaren Speckgürtel langsam knapp wird.

Im Unterschied zu den Häuslebauern verhalten sich Firmen bei Gewerbeansiedlungen rund um den BER derzeit deutlich zurückhaltender. Judith Killichs vom Kataster- und Vermessungsamt des Dahme-Spreewaldkreises rechnet mit einem neuen Boom erst, wenn ein Eröffnungstermin für den Hauptstadtflughafen feststeht.