Das Gericht hatte den Beschluss bereits am Montag gefasst, aber erst am Mittwoch veröffentlicht.

Das Verwaltungsgericht hatte den Baustopp veranlasst, weil durch die geplante Brücke die unter Naturschutz stehende Fledermausart Kleine Hufeisennase bedroht würde. Nach Auffassung des Oberverwaltungsgerichts geht jedoch von der Brücke keine Gefahr für die Fledermausart aus. „Eine ernsthafte Beeinträchtigung dieser Fledermausart aufgrund von Lärm oder verkehrsbedingten Schwingungen der Waldschlößchenbrücke sei nicht möglich“, begründete das Gericht.

Allerdings erließen die Richter eine Geschwindigkeitsauflage. So darf der Verkehr auf der Brücke in den Nachtzeiten zwischen April und Oktober nur mit 30 Stundenkilometern über die Brücke rollen, um die Kollisionsgefahr zwischen Autos und Fledermaus zu minimieren. Zur Einhaltung des Tempolimits sollen zwei Geschwindigkeitsmessstellen auf der Brücke installiert werden, legte das Gericht fest.

Mit der Entscheidung droht der Flusslandschaft akut der Verlust des 2004 von der Unesco verliehenen Welterbetitels. Eine Aberkennung wäre erst der zweite Fall in der Geschichte der Welterbestätten.

Im Sommer hatte die Unesco einem Naturschutzgebiet im arabischen Sultanat Oman den Status aberkannt. Im Fall von Dresden machten die Welterbe-Wahrer schon zuvor geltend, dass eine vierspurige Flussquerung die reizvolle Landschaft des Elbtales in Dresden verschandelt.