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| 02:35 Uhr

Grünes Licht für Nochten-Erweiterung

Bautzen. Der neue Tagebau Nochten II (Landkreis Görlitz) hat eine wichtige Genehmigungshürde genommen. Der Regionale Planungsverband Oberlausitz-Niederschlesien beschloss am Dienstag in Bautzen den Braunkohleplan. Simone Wendler

Der Energie-Konzern Vattenfall will in diesem Tagebau 300 Millionen Tonnen Braunkohle abbauen. Das sächsische Innenministerium muss den Braunkohleplan noch genehmigen.

Die Ausdehnung des Tagebaus ist für mehr als 1500 Einwohner aus den Gemeinden Schleife und Trebendorf mit einer Umsiedlung verbunden. Die Ortsteile Mühlrose, Rohne und Mulkwitz würden sogar komplett verschwinden. Vattenfall geht davon aus, dass die Kohle aus dem bislang genehmigten Feld reicht, um das Kraftwerk Boxberg noch bis etwa 2025 zu beliefern. Die Versorgung danach soll der Vorrat aus dem neu zu erschließenden Gebiet sicherstellen.

Gegner der Erweiterung hatten vor der Verbandssitzung mit einer Mahnwache protestiert. Das Bündnis "Strukturwandel jetzt - Kein Nochten II" verwies darauf, dass immer nicht geklärt sei, welche konkreten Auswirkungen das Vorhaben auf Grund- und Oberflächenwasserstände habe. Mehrfach war in den vergangenen Wochen die Frage aufgeworfen worden, ob die Ausdehnung des Kohleabbaus erforderlich sei. Auf der Sitzung im Juli beschäftigte sich die Verbandsversammlung mit zwei völlig gegensätzlichen Expertisen.

In Brandenburg läuft indes die Planung für den zweiten Abschnitt des Tagebaus Welzow-Süd. Das 2000 Hektar große Gebiet, in dem 200 Millionen Tonnen Kohle liegen, erstreckt sich auch auf 90 Hektar in Sachsen. Für die Erweiterung müssten bis 2020 etwa 800 Einwohner der Stadt Welzow, darunter der Ortsteil Proschim, umsiedeln. In einer zweiten öffentlichen Anhörung zum Entwurf für den Braunkohlenplan und den Umweltbericht waren innerhalb von drei Monaten etwa 185 000 Stellungnahmen eingegangen.

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