"Die Koalition will mit der Bahn nur über Fernverkehr verhandeln. Damit würde sie aber eine Chance verspielen, das gesamte Bahnnetz für einen landesweiten Taktverkehr zu ertüchtigen. Ich halte das für höchst fahrlässig", sagt die Verkehrsexpertin der Grünen, Eva Jähnigen.

Die Grünen werfen FDP-Verkehrsminister Sven Morlok falsche Weichenstellungen vor. Statt die Stilllegung von Strecken mit geringen Fahrgastzahlen zu begründen, sollte Morlok lieber für einen attraktiven Schienennahverkehr sorgen und so mehr Passagiere anlocken. Für die Grünen ist dabei der "integrierte Taktfahrplan" nach Schweizer Vorbild Dreh- und Angelpunkt. Dort werde der öffentliche Verkehr als Gesamtsystem begriffen und die Bahn mit anderen Verkehrsmitteln in einem Taktsystem verknüpft.

Die Grünen halten eine Verdoppelung der Fahrgastzahlen binnen zehn Jahren für möglich, wenn der Bahnverkehr attraktiver wird. Schwerpunkte sehen sie in der Lärmsanierung auf der Strecke durch das Elbtal und in der Sicherheit der Stellwerke. Diese brauchten ausreichend Personal, um bei zunehmendem Verkehr einen reibungslosen Ablauf bewältigen zu können. Die sächsische "Kleinstaaterei" bei den Tarifen erschwere Reisenden den Durchblick. "Wünschenswert sind landesweit gültige Tarife für Bahn und Busse", sagte Jähnigen. Die Politikerin drängte darauf, dass die in Sachsen für den Nahverkehr per Schiene zuständigen Zweckverbände in die längst überfällige Erarbeitung eines Masterplanes einbezogen werden.