Im Wahlkampf wollen die Bündnisgrünen vor allem in den Sachsen-Metropolen Leipzig, Dresden und Chemnitz, aber auch in deren Umland und in den mittleren Städten von Plauen bis Görlitz punkten. Dazu werde alles, was die Grünen an Prominenz haben, nach Sachsen geholt, kündigt Gerstenberg an - auch Parteifreund und Außenminister Joschka Fischer. Beim Parteitag am Samstag wird bereits Umweltminister Jürgen Trittin sprechen.
Schwarz-Grüne Koalitionen seien für ihn keine Option mehr, betont Gerstenberg. Sachsens Grüne dienten nicht als Krückstock für eine Verlängerung der CDU-Herrschaft. Statt dessen wollten sie den „Mehltau, der sich über das Land gelegt hat“ , beseitigen und ein Demokratisierungs-Programm auflegen. Die CDU, sagt Gerstenberg, habe jedes demokratische Augenmaß verloren und vermische zunehmend eigene Interessen mit denen des Landes. „Der Filz wuchert, und alle zwei Wochen taucht ein neuer Skandal wegen Vetternwirtschaft auf.“
Eines der Schlüsselprojekte im Wahlprogramm, das die Landesversammlung am Wochenende verabschieden will, sei daher das Demokratisierungsprogramm, um Volksentscheide und Bürgerbeteiligungen zu erleichtern. Ferner geht es um den Klimaschutz und die Bildungspolitik. Sachsen solle den Anteil der Braunkohle an der Stromversorgung bis 2020 von 80 auf 40 Prozent halbieren. Im Bildungsbereich will die Partei von kostenlosen Vorschulen über acht Jahre gemeinsame Schulzeit bis zur Autonomie der Hochschulen die Chancengerechtigkeit verbessern.
Die Partei in den Wahlkampf führen soll die haushaltspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion Antje Hermenau. Sie ist bereits zur Spitzenkandidatin vornominiert und soll beim Parteitag am 27. März in Dresden mit der Landesliste endgültig gekürt werden.