Eine Aufblähung des Landtages durch Überhangmandate solle damit weitgehend verhindert werden. Sachsen wende ein antiquiertes Sitzzuteilungsverfahren an, das kein unverzerrtes Abbild des Wahlergebnisses gewährleiste, erklärte Grünen-Politikerin Eva Jähnigen.

Derzeit sitzen zwölf Parlamentarier mehr im Landtag als vorgesehen. Schuld ist ein Ausgleichssystem im Verhältniswahlrecht. Sachsens Landtag hat normalerweise 120 Sitze - 60 davon sollen von den siegreichen Direktkandidaten aus den Wahlkreisen besetzt werden, der Rest von den Listenkandidaten. Bei der vergangenen Landtagswahl 2009 hatte die CDU 58 der 60 Wahlkreise mit ihren Direktkandidaten gewonnen. Nach den Zweitstimmen (40,2 Prozent) standen der Union allerdings nur 52 Mandate zu. Die sechs Überhangmandate wurden mit sechs Ausgleichsmandaten kompensiert, die an andere Parteien gingen. Damit vergrößerte sich der Landtag von den vorgesehenen 120 Mitgliedern auf 132. In der vorangegangenen Wahlperiode waren es 124.

"Wir wo llen Sachsen auf den aktuellen Stand des Wahlrechts bringen. Wir können nicht weiter hinnehmen, dass dauerhaft mehr als die in der Verfassung festgeschriebenen 120 Mitglieder in den Landtag einziehen", sagte Jähnigen. Nach dem Willen der Grünen soll bei gleicher Zahl der Abgeordneten (120) die Anzahl der Wahlkreise von 60 auf 48 reduziert werd en. Damit würde sich das Verhältnis von Direktkandidaten (48) zu Listenkandidaten (72) ändern.