2,3 Millionen Erwachsene nehmen laut Erhebungen regelmäßig Cannabis zu sich. 22 Prozent der 15- bis 16-Jährigen haben schon mal gekifft. Das ist zwar illegal - aber Cannabis ist nun mal hierzulande die am häufigsten konsumierte illegale Droge. Der Schwarzmarkt boomt.

Polizei und Strafvollzugsbehörden haben viel zu tun: Jährlich werden 100 000 Verfahren wegen Verstößen gegen die bestehenden Gesetze eingeleitet. Diese Verbotspolitik sei jedoch "ganz klar gescheitert", so die stellvertretende Fraktionschefin Katja Dörner. Deshalb sei ein reguliertes Abgabesystem notwendig, das zugleich Jugendliche schütze.

Zum Konsum einladen wollen die Grünen nicht. Cannabis sei "nicht harmlos", warnt der drogenpolitische Sprecher, Harald Terpe. Nach den Plänen der Grünen sollen Erwachsene künftig bis zu 30 Gramm erwerben oder drei Cannabis-Pflanzen anbauen dürfen. Unter 18-Jährigen sollen Erwerb und Besitz untersagt bleiben.

Der Verkauf mit "Beipackzettel" soll nur über zugelassene Cannabisfachgeschäfte erfolgen, deren Zahl die Bundesländer begrenzen dürfen. Die Läden müssen räumlich entfernt sein von Kinder- und Jugendeinrichtungen, das Personal muss Schulungen durchlaufen. Zulieferung und Großhandel wollen die Grünen zudem streng regulieren.

Darüber hinaus soll Cannabis kräftig besteuert werden - mit vier bis sechs Euro je Gramm, sodass der Verkaufspreis dem Schwarzmarktpreis nahe kommt. Der liegt laut Terpe bei zehn bis 20 Euro pro Gramm. Mit zwei Milliarden Euro an Einnahmen rechnen die Grünen. Für den Straßenverkehr will man zudem ähnlich wie beim Alkohol einen Grenzwert einführen. Nun bleiben Fragen offen: Darf man beispielsweise künftig Hanfpartys feiern, jeder bringt Gras mit? Was ist, wenn Konsumenten in verschiedenen Läden 30 Gramm kaufen? Eine entsprechende Kontrolle sieht das Gesetz nicht vor.

Lob für die Grünen gab es von außerparlamentarischer Seite: vom deutschen Hanf-Verband.