Hintergrund ist der im Landtag von den Koalitionsfraktionen abgelehnte Antrag, in den kommenden beiden Jahren je 165 000 Euro für Fanprojekte zur Verfügung zu stellen. "Die letzten gewalttätigen Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit Fußballspielen sind kaum vorbei, trotzdem sind die Regierungsfraktionen nicht bereit, durch die Finanzierung der Fußballfan-Sozialarbeit künftige Gewalt zu verhindern", erklärte die Abgeordnete Elke Herrmann.
Die wachsenden Probleme und die Ausgaben für Polizeieinsätze stünden im krassen Widerspruch zur Unterfinanzierung der Präventionsprojekte. Mit den Einsatzkosten für ein "Risikospiel" der 2. Liga ließen sich 25 Sozialarbeiter ein Jahr lang bezahlen. In Sachsen gebe es nur fünf hauptamtliche Fanprojektmitarbeiter.
"Mit dem heutigen Tag wird es dringend benötigte, professionelle Fußballfan-Sozialprojekte in Chemnitz, Zwickau und Leipzig wohl nicht geben", erklärte Herrmann. Das Dresdener Fanprojekt laufe in einem Jahr aus. "Man muss keine hellseherischen Kräfte besitzen, um sagen zu können, was das für die Zukunft bedeutet: mehr Gewalt in und um Fußball-Stadien, teure Polizeieinsätze und zu wenig Sozialarbeit in der Fanszene." Neben Baden-Württemberg gehöre Sachsen zu den einzigen beiden Bundesländern, die sich nicht an der Finanzierung für das "Nationalen Konzept Sport und Sicherheit" beteiligen. Diese Mitfinanzierung sei aber Voraussetzung für eine finanzielle Förderung durch den Deutschen Fußball-Bund. (dpa/kr)