Die Grünen warnen nachdrücklich vor einem Verkauf der Braunkohlen-Sparte von Vattenfall an die tschechische EPH-Gruppe und ihren Finanzpartner PPF. "Die Gruppe setzt offensichtlich auf ein spekulatives Geschäftsmodell. Wenn jemand in ein Geschäft einsteigt, bei dem man heute noch nicht weiß, ob man damit Geld verdienen kann, ist das eine Spekulation", sagte der Energie-Experte der Grünen, Gerd Lippold.

Momentan lasse sich mit Kohleverstromung kein Geld verdienen. EPH spekuliere darauf, dass sich diese Situation nach Abschalten der deutschen Kernkraftwerke 2022 wieder ändert. Lippold sieht dafür aber keine Chance. Denn die Bundesregierung habe das Klima-Abkommen von Paris unterschrieben. "Es ist also überhaupt nicht klar, ob es aus klimapolitischen Erwägungen nach 2022 ein Geschäftsmodell für die Braunkohle geben wird." Die Grünen halten es deshalb für hochriskant, wenn ganze Regionen in Ostdeutschland von einem Geschäftskonzept reiner Finanzinvestoren abhängig sind.

Der Gesamtbetriebsrat der Vattenfall Europe Mining wies die Vorwürfe zurück. "Die gesamte Energiewirtschaft hofft aktuell auf höhere Strompreise. Damit Geld zu verdienen, ist schwer", sagte Gesamtbetriebsratschef Rüdiger Siebers am Freitag auf einer Betriebsversammlung vor mehr als 300 Mitarbeitern in Cottbus. Daraus könne aber nicht im Umkehrschluss gefolgert werden, dass es sich bei der Übernahme der Braunkohlen-Sparte durch EPH nur um eine Spekulation handele. EPH habe zudem zugesichert, den Vattenfall-Tarifvertrag zu übernehmen und dass es bis Ende 2020 keine betriebsbedingten Entlassungen gebe, betonte Siebert.

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