"Die Fraktion engagiert sich nicht genug gegen die neuen Tagebaue in der Lausitz", begründete Niels gegenüber der RUNDSCHAU. Nun wird sie als fraktionslose Abgeordnete dem Parlament angehören, ein Büro haben, in einem Ausschuss sitzen und acht Minuten Redezeit pro Landtagstag in Anspruch nehmen.

Dass die Chemie zwischen Niels und dem Rest der Fraktion nicht immer stimmte, wurde in den vergangenen Monaten deutlich. Die Abgeordnete vertrat häufig eigene Positionen und suchte zuletzt den Kontakt mit den Piraten. Die Fraktionskollegen reagieren dennoch enttäuscht. "Es macht nachdenklich", sagt die Parlamentarische Geschäftsführerin Marie-Luise von Halem. "Weil es klar ist, dass wir da etwas übersehen haben." Den Vorwurf, sich zu wenig gegen neue Tagebaue zu engagieren, wies Fraktionschef Axel Vogel aber zurück. "Wir hätten uns gewünscht, dass Frau Niels ihre Standpunkte auf unserer Klausur ins Gespräch gebracht hätte."

Für die verbliebenen vier Grünen brechen nun harte Zeiten an: Die Ausschüsse von Niels müssen mit anderen Mitgliedern der kleinen Fraktion besetzt werden. Demnächst wollen von Halem und Vogel deswegen ein letztes Gespräch mit Niels führen. Doch viel Hoffnung, die Abgeordnete von ihrem Schritt abzubringen, haben sie nicht: In der nächsten Woche sollen auf der Fraktionssitzung Ausschüsse und Arbeitsfelder neu verteilt werden. Unter denen, die dann noch übrig sind.