Mit ihrem Antrag wollten die Grünen vor allem die Linke an ihre Wahlversprechen erinnern. Die hatte 2008 nämlich die Volksinitiative "Keine neuen Tagebaue" unterstützt, nun als Regierungskoalition spricht die Linksfraktion von einer Brückentechnologie. Grüne-Fraktionschef Axel Vogel sagte zwar, er wolle die Linke nicht vorführen, aber verhindern, "dass der Landtag von Vattenfall vorgeführt wird". Der Konzern will in der Lausitz neue Tagebaue öffnen und bei der Braunkohleverstromung abgeschiedenes Kohlendioxid unterirdisch speichern. Vogel betonte, dass die Braunkohlereserven der Lausitz nur noch 26 Jahre reichen würden. "Die Lichter gehen nicht aus, wenn Vattenfall keine neuen Tagebaue genehmigt bekommt", sagte er. Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) bezeichnete die Pläne der Grünen dagegen als "rechtlich nicht umsetzbar". Der Grünen-Plan würde Hoffnungen wecken, "die nicht erfüllt werden können". Christoffers sagte, "dass wir Braunkohleverstromung als Brückentechnologie noch einige Jahrzehnte brauchen werden". Neue Kraftwerke werde es nur geben, wenn CO{-2}-arme Technologien zum Einsatz kämen. In Brandenburg bestünden gute Aussichten, die CO{-2}-Speicherung im Boden zur Nutzungsreife zu entwickeln. Noch schärfer ging die SPD-Abgeordnete Barbara Hackenschmidt die Grünen an. Diese würden mit ihrer Politik die Ausweitung alternativer Energiegewinnung behindern. Wenn frühere Militärflächen für Windkraft- oder Solar-Anlagen nicht zur Verfügung stünden, weil sie Schutzgebiete seien. Vor dem Landtag protestierten Umweltaktivisten gegen neue Tagebaue und die Verpressung von CO{-2}. Diese "soll den Kohleabbau für die kommenden 50 Jahre legalisieren", warnte Herbert Wenzke von der Bürgerinitiative "CO{-2}-Endlager stoppen". Vertreter der "Klinger Runde" und Einwohner von Abbaggerung bedrohter Dörfer wie Grabko und Kerkwitz protestierten gegen die Zerstörung von Landschaften und die Vertreibung von Menschen. af