Mit kreativen Projekten sorgen die beiden Geschäftsführer Andreas Stegemann und Bernd Großer für attraktive Anziehungspunkte und weitere Standbeine. Im Lama- und Alpakagehege ist immer Bewegung. Acht Tiere leben hier mittlerweile auf der kleinen Waldlichtung, "die meisten sind bei uns geboren", freut sich der Zoologe. Toni und Max beobachten aufmerksam jeden Schritt des 48-Jährigen. Die beiden Lamas kennen den Zittauer genau und haben Vertrauen zu ihm. Andreas Stegemann spricht die Lamas mit ihrem Namen an. "Die Tiere sind mir sehr ans Herz gewachsen."

Trekkingtouren durchs Gebirge
Seit vergangenem Jahr bietet der Zoo Trekkingtouren mit den südamerikanischen Lasttieren an. Die Tiere bekommen dabei einen Packsattel umgeschnallt, in dem beispielsweise die Verpflegung verstaut wird. Vor allem bei Kindern sind die Ausflüge durch das Zittauer Gebirge beliebt. „Sie können die Vierbeiner selbst problemlos führen und dabei Verantwortung übernehmen“ , erzählt Stegemann. Auch Behindertengruppen nutzten gern das Angebot. "Lamas sind für therapeutische Zwecke besonders gut geeignet, weil sie viel Ruhe ausstrahlen", erklärt der Zoologe.
Andreas Stegemann arbeitet seit 18 Jahren im Zittauer Tierpark und ist neben seiner geschäftsführenden Tätigkeit auch technischer Direktor. Nur wenige Zoobewohner sind noch länger hier als er. "Ein Kakadu, ein Hirsch und zwei Resus affen kenne ich schon seit meinem ersten Arbeitstag", erzählt der 48-Jährige. In diesen Tagen lohnt sich ein Besuch im Zittauer Zoo besonders.
Aufgrund der milden Temperaturen tummeln sich fast alle Tiere in den Freigehegen. "Die Kängurus tragen bereits Nachwuchs in ihrem Beutel", freut sich Stegemann über den Zuwachs. Die Beuteltiere sind ein Highlight des Tierparks und halten sich auch in kalten Wintern im Freien auf. "Die Tiere vertragen raues Klima", weiß der Zittauer. In der begehbaren Australien-Anlage leben außerdem Spitzschopftauben, Hühner- und Mähnengänse sowie Emus. Selbst die Papageien ziehen sich in diesen Tagen nicht mehr ins Vogelhaus zurück und fliegen munter in den Volieren umher. Auch im Streichelgehege tummeln sich die Ziegen, Schafe, Enten und Wildschweine in der Sonne.

Tierpark kontinuierlich umgestaltet
Richtig lebendig geht es bei den Humboldt-Pinguinen zu. Die kleinen "Frackträger" faszinieren jeden Besucher. "Ein Weibchen brütet gerade auf einem Ei", verrät Stegemann, der guter Dinge ist, bald den ersten Pinguin-Nachwuchs des Zoos begrüßen zu können. Nachkommen gab es kürzlich bei den kleinen Weißbüschleäffchen. Im Affenhaus herrscht auch im Winter munteres Treiben.
Die Anlage wurde in den vergangenen Jahren kontinuierlich umgestaltet. Die Gehege sind vergrößert und mit heimischen Naturmaterialien gestaltet worden. Mehrere Tiere leben zusammen in gemeinsamen Umzäunungen, die auch zum größten Teil für die Besucher begehbar sind. "Sterile Einzelhaltung ist für die meisten Gäste nicht sehr interessant", begründet Stengemann die Umstrukturierung. Aus diesem Grund wurden zahlreiche Käfige abgerissen, um die Lebensräume zu vergrößern. Auch bei den Vogelvolieren geht die Tierparkleitung den gleichen Weg. Die Zwischenwände wurden entfernt, sodass die Käfige nun größer und damit natürlicher sind. "Unser Ziel sind offene Volieren, durch denen die Gäste gemütlich spazieren können", sagt der Tierparkleiter.
Eine wichtige Säule nimmt im Zittauer Tierpark der pädagogische Bereich ein. Das "Käferkabinett" bietet für Schulklassen Platz für fakultativen Unterricht. Wechselnde Ausstellungen ergänzen das Angebot.

Unterricht im "Käferkabinett"
Beim Naturerlebniscamping steht die Zoopädagogik im Mittelpunkt. Besucher können in Bungalows und Zelten übernachten und leben dabei in unmittelbaren Kontakt mit den Tieren. Die Anlage wurde im vergangenen Jahr eröffnet und schon von vielen Kindern und Erwachsenen genutzt. Auch in diesem Jahr sind weitere Projekte geplant. So soll am 15. Juli der neue Klangspielplatz eröffnet werden. "Der Zoo ist ständig in Bewegung, wir wollen unseren Besuchern immer etwas Neues anbieten", sagt der engagierte Zoologe.
Der Tierpark wurde 1965 gegründet und im Zittauer Weinaupark im englischen Stil angelegt. Die Anfänge gehen jedoch bis zum Beginn des vorigen Jahrhunderts zurück, als auf dem Gelände in einem Gehege Rehe und Hirsche gehalten wurden.
Der Tierpark bietet heute eine abwechslungsreiche Mischung zwischen Exoten und einheimischen Tieren. Derzeit können die Besucher auf einer Fläche von acht Hektar rund 350 Tiere und 70 verschiedene Arten beobachten. Im vergangenen Jahr besuchten 50 000 Gäste den Weinaupark.

Zum Thema Der Zittauer Tierpark
Adresse: Weinaupark 2a, 02763 Zittau, Telefon: 03583/70 11 22.
Öffnungszeiten: November bis März: 9 bis 15.30 Uhr bzw. bis zum Einbruch der Dunkelheit; April bis Oktober: 9 bis 18 Uhr.
Eintrittspreise: Erwachsene: 2,50 Euro, Kinder, Azubis, Studenten: 1,50 Euro.
Internet: www.tierpark-zittau.de.