Gerstenberg sagte, neben neoliberalen Krisengewinnlern von CDU und FDP müssten die Grünen eine starke Kraft im Parlament sein. Nach der Zitterpartie 2004 würden die Grünen am 30. August dieses Jahres mit deutlich mehr Sitzen in den Landtag einziehen. Einem schwarz-grünen Bündnis erteilte Gerstenberg eine Absage: Bei Braunkohle, Schulpolitik und Sozialsystemen gebe es keine Schnittmengen mit der CDU. „Wir würden auf den Treppen der Staatskanzlei sowieso auf der Schleimspur der FDP ausrutschen.“

Bei den Wahlen zu Platz 3 der Landesliste, die den Frauen vorbehalten ist, gab es indes heftiges Gerangel zwischen zwei amtierenden Landtagsabgeordneten. Am Ende setzte sich die parteilose Zwickauer Sozialpolitikerin Elke Hermann mit 77 gegen 23 Stimmen gegen die Bildungspolitikerin Astrid Günther-Schmidt klar durch. Die Löbauerin erhielt auf dem Konvent keinen aussichtsreichen Listenplatz mehr und verzichtete auf weitere Kandidaturen. Die 46-jährige hatte sich dem Vernehmen nach durch ein wenig zu viel Selbstbewusstsein unbeliebt gemacht.

Dafür erreichten zwei andere bekannte Frauen Listenplätze mit Aussicht auf Erfolg: Auf Platz 7 steht nun Landessprecherin Eva Jähnigen, die sich aber nur mit denkbaren knappen 52 Prozent durchsetzen konnte. Auf Platz 9 rangiert die 64-jährige Europaabgeordnete Gisela Kallenbach. Die Leipzigerin war beim jüngsten Bundesparteitag für die Europawahl durchgefallen und will sich nun um ein Landtagsmandat bemühen.

Auf Platz 4 folgte Fraktionsvize Michael Weichert aus Leipzig, auf Platz 5 reüssierte die Chemnitzer Stadträtin Annekathrin Giegengack, auf Platz 6 der Innen- und Umweltpolitiker Johannes Lichdi aus Dresden.

Auf Platz 8 steht der 30-jährige Wurzener Koordinator beim Netzwerk für Demokratische Kultur, Miro Jennerjahn. 2004 waren die Grünen mit 5,1 Prozent und sechs Mandaten in den Landtag eingezogen. Bei der Wahl am 30. August sollen es sieben Prozent und neun Sitze werden. Fraktionschefin Hermenau war bereits Ende Januar zur Spitzenkandidatin gekürt worden. Mit ihr stehen nun vier Dresdner auf den ersten sieben Listenplätzen.

Für die Bundestagswahl bestimmten die Grünen die Leipziger Rechtsextremismus-Expertin Monika Lazar auf Platz 1, auf Platz 2 den Dresdner Stadtvorsitzenden Stephan Kühn und auf Platz 3 die Chemnitzerin Petra Zais. Die sächsischen Grünen wollen künftig drei statt zwei Bundestagsabgeordnete stellen.