Gegner der Elbquerung sollen am Donnerstag, wenn der Stadtrat auf Antrag von Baubürgermeister Herbert Feßenmayr (CDU) erneut über die Vergabe der Bauaufträge entscheiden soll, vor das Rathaus kommen. Mit Transparenten und Musikinstrumenten solle klar und lautstark gezeigt werden, wie wichtig das Welterbe sei.
Die Mitglieder des Kommunalparlaments hatten in einer Ratssitzung am 20. Juli mehrheitlich für eine vorläufige Aussetzung des Baubeginns der umstrittenen Brücke gestimmt. Feßenmeyer hatte Widerspruch gegen diese Entscheidung eingelegt und den Punkt abermals auf die Tagesordnung gesetzt. Seiner Auffassung nach ist die Stadt an den Bürgerentscheid vom Februar 2005 gebunden, in dem sich die Mehrheit der Wähler für den Bau der neuen Elbquerung ausgesprochen hatten. Laut Gemeindeordnung könne ein Bürgerentscheid innerhalb von drei Jahren nicht geändert werden, auch wenn sich die Verhältnisse, auf denen er basiere, seitdem maßgeblich gewandelt hätten.
Die Unesco hatte das Dresdner Elbtal wegen der geplanten Brücke auf die Rote Liste der bedrohten Weltkulturerbestätten gesetzt. Die UN-Organisation verlangt eine andere Lösung für den Bau. Ansonsten verliere die Stadt den Titel (die RUNDSCHAU berichtete). Das wäre das erste Mal, dass der Titel Weltkulturerbe aberkannt würde. (ddp/mb)