Was wird aus der Lausitzer Kohle? Das ist eine der drängenden Fragen, die zudem eng mit dem geplanten Verkauf von Teilen des Vattenfall-Konzerns verbunden sind. Ein Gerücht unter vielen: Tschechiens Kohle-Firmen wollen die Lausitzer Vattenfallteile kaufen, um die hiesige Kohle zu ihren Kraftwerken zu schaffen. Sachsen schließt einem Bericht zufolge einen solchen Export von Braunkohle nach Tschechien aus. "Die Frage der Verstromung von Kohle in Tschechien stellt sich für uns nicht", sagte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) dem MDR Sachsen. Umweltschützern der Grünen Liga geht das nicht weit genug. "Wir bestehen auf einem gesetzlich unangreifbaren Exportverbot für Braunkohle", sagte der für die Lausitz zuständige Vertreter René Schuster. Es geht nach den Worten Duligs darum, die heimischen Arbeitsplätze zu sichern.

Eine andere Frage ist die des Emissionshandels mit Verschmutzungsrechten. Dies würde die Produktion in Deutschland verteuern und einige Branchen empfindlich treffen. So sieht sich die Brandenburger Stahlindustrie von Billigimporten aus Fernost bedroht. "Wir wollen, dass unsere Unternehmen faire Wettbewerbsbedingungen haben", sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Dienstag in Potsdam. Er hatte zu einem Branchen-Dialog geladen. In einer von IG Metall, Land und Stahlindustrie unterschriebenen Erklärung werden politische und rechtliche Rahmenbedingungen gefordert, um den europäischen Stahlstandort nicht zu gefährden. "Wir wollen deutlich machen, dass wir auch in Zukunft Industriearbeitsplätze brauchen", betonte Woidke. Durch billigen Stahl aus Fernost würden die gefährdet.

Rund zehn Prozent der deutschen Stahlproduktion kommen aus Brandenburger Betrieben; jährlich sind es etwa 4,3 Millionen Tonnen Rohstahl. In der Region sind 4200 Menschen direkt im Stahlbereich beschäftigt. Zu den Produzenten gehören unter anderen Arcelor Mittal Eisenhüttenstadt und die Riva-Gruppe mit Werken in Hennigsdorf und Brandenburg/Havel. Die Stahl- und Metallbranche zählt zu den Branchen in Brandenburg mit dem stärksten Umsatz und den meisten Beschäftigten. Insgesamt sind in den 2600 Unternehmen rund 38 500 Menschen tätig.