"Der Kohleausstieg ist ein Prozess, der absehbar ist, den man planen und begleiten kann", sagte Studienautor Timon Wehnert. Nötig sei es, klare Perspektiven und Planungssicherheiten zu schaffen.

Die Gutachter sprachen sich dafür aus, die Energiestrategie 2030 des Landes Brandenburg bis ins Jahr 2050 fortzuschreiben. Zudem sollte das Land ein eigenes Klimaschutzgesetz schaffen. Um den Strukturwandel in der Lausitz voranzubringen, sollte dort ein Struktur- und Leitbildprozess begonnen werden, der von der "Innovationsregion Lausitz GmbH" geleitet werden soll.

Auf der Bundesebene sollte ein nationaler Strukturwandelfonds geschaffen werden, der für alle Regionen in Deutschland, denen ein Strukturwandel bevorsteht, vorbeugend genutzt werden könnte. Doch wer von einem Gutachten im Auftrag der Grünen eine fundamentale Kritik an den bestehenden Maßnahmen der Landesregierung erwartete, sah sich am Mittwoch enttäuscht: An vielen Stellen bestätigen die Gutachter die Sinnhaftigkeit der in der Lausitz bereits laufenden Projekte und Maßnahmen. So sprachen sich die Wissenschaftler ähnlich wie Brandenburgs Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (SPD) für eine enge Verzahnung der Brandenburger Hochschulen mit der Wirtschaft aus und plädierten für die Einführung weiterer Dualer Studiengänge. Auch die "Innovationsregion Lausitz GmbH" sei eine gute Idee, die aber durch klarere Kompetenzen und ein auskömmliches Budget gestärkt werden müsse.

"Der Mehrwert dieser Studie ist es, sich einmal systematisch den Strukturwandel in der Lausitz angesehen zu haben und zu gucken, wie man weitermachen kann", so Heide Schinowsky, Sprecherin für Bergbau und Energie. "Statt auf den Eintritt des Krisenfalls zu warten, muss die Landesregierung jetzt bestehende Gestaltungsspielräume nutzen." Dazu sollte die Landesregierung "eine aktive und dauerhafte Rolle bei der Gestaltung des Strukturwandels übernehmen und diesen Prozess mit einem entsprechenden Etat ausstatten."