Und dass eine nachträgliche Heilung des Landesentwicklungsplans nicht möglich ist.

So hatte der Landtagsabgeordnete Michael Jungclaus (Bündnis 90/Die Grünen) schon vor einiger Zeit im Landtag argumentiert. "Die Zeit ist ja nicht stehengeblieben", sagte Jungclaus der RUNDSCHAU. Als das OVG den Landesentwicklungsplan gekippt hatte, ging es um einen Formfehler. Das Ministerium hatte das Zitationsgebot nicht eingehalten. Die vom Land Brandenburg dagegen eingelegten Rechtsmittel hatte das Bundesverwaltungsgericht zurückgewiesen. "Es reicht aber nicht aus, einfach nur die fehlenden Rechtsnormen zu zitieren, und den Plan wieder in Kraft zu setzen" sagt Jungclaus. "In der landesplanerischen Entwicklung haben sich Änderungen ergeben, in der Gesetzgebung zur Raumordnung haben sich Änderungen ergeben." Die müssten vom Ministerium in den Landesentwicklungsplan eingearbeitet werden. "Das macht man aber nicht von heute auf morgen", sagt Jungclaus. Desto länger dies dauere, desto schwerer würden die Auswirkungen des Cottbuser Urteils. "Sämtliche an die Landesplanung gekoppelten, nachgeordneten Pläne könnten auch ungültig sein", so Jungclaus. Welche Effekte das haben kann, zeige das Cottbuser Urteil: "Es ist jetzt eine Windkraftanlage außerhalb des dafür vorgesehenen Plans genehmigt worden", so Jungclaus. "Das kann noch zu großem Wildwuchs führen."