Dort soll das Verhältnis von Sozialarbeitern und Flüchtlingen je nach Einrichtung zwischen 1:50 und 1:100 liegen, wie aus einer Antwort der Landesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen hervorgeht. "Angemessen wäre ein konsequent angewandter Schlüssel von 1:60", sagte die Grünen-Abgeordnete Ursula Nonnemacher am Mittwoch.

Das Gleiche gelte für die Berater, die Flüchtlinge bei Asylverfahren, Gesundheitsfragen und anderen Dingen unterstützen sollen. Die geplante Aufstockung um acht weitere dieser Mitarbeiter sei angesichts der Fülle von Themen viel zu wenig, sagte Nonnemacher. "Viele der zu uns kommenden Menschen haben traumatische Fluchterfahrungen gemacht oder sind aus anderen Gründen besonders schutzwürdig", sagte die Abgeordnete. Daher müsse ausreichend Personal vorhanden sein, um eine Schutzbedürftigkeit auch festzustellen.

Das Innenministerium wies diese Forderungen zurück. "Wir haben bei den Betreuungskapazitäten in den vergangenen zwei Jahren schon deutlich zugelegt", sagte Ministeriumssprecher Wolfgang Brandt. "Die derzeit erreichten Betreuungsverhältnisse haben sich als ausreichend erwiesen."

Kurz vor Weihnachten wurden die Kapazitäten in den Erstaufnahmen bereits auf rund 6000 aufgestockt, wie das Innenministerium am Mittwoch mitteilte. In Eisenhüttenstadt wurde ein neues Familienhaus für 250 Flüchtlinge fertiggestellt, hinzu kommen Leichtbauhallen an der Unterschleuse für 500 Menschen. Weitere 500 Plätze stehen in Leichtbauhallen in Potsdam bereit.

"Die rechtzeitige Übergabe der neuen Leichtbauhallen erleichtert es uns, über die Feiertagswochen auf eine Verteilung in die Landkreise und kreisfreien Städte nach Möglichkeit zu verzichten", sagte Innenstaatssekretär Matthias Kahl. "Das verschafft vielen Mitarbeitern und Hilfskräften vor allem in den Landkreisen eine Verschnaufpause." Im Januar soll der erste Bauabschnitt der Außenstelle Wünsdorf (Teltow-Fläming) mit weiteren 1000 Plätzen übergeben werden.