der Region. Im ehemaligen Babelsberger Defa-Studio herrschte denn auch ein Gefühl von Gründerzeit. Die 29 Ratsmitglieder - darunter die Cottbuser, CDU-Landtagsabgeordneter Burkhard Schöps und Sorbenvertreter Harald Konzack - stellten sich vor.
Mit der Wahl des Superintendenten der Evangelischen Kirche in Potsdam, Bertram Althausen, und der PDS-Politikerin Bärbel Grygier aus Berlin zu Vorsitzenden des Gremiums setzten die Ratsmitglieder ein deutliches Zeichen für Veränderung. Der neue Sender, entstanden aus der Fusion von SFB und ORB, soll spätestens am 1. Juni 2003 seine Arbeit aufnehmen.

Eine Fusion aus Vernunft
Dass ausgerechnet eine PDS-Politikerin die Interessen Berlins vertreten wird, ist ein weiteres Zeichen für die Konstellation im neuen Sender. Der Pfarrer Althausen ist bereits Vorsitzender des ORB-Rundfunkrates, die Psychologin Grygier gehörte lange dem SFB-Gremium an.
Allerdings schließen SFB und ORB ihre Ehe weniger aus Liebe, denn aus Vernunft, wie ORB-Intendant Hansjürgen Rosenbauer betonte. Vor allem im Berliner Sender, auch dies wurde am Mittwochabend klar, herrscht Ungewissheit und Unruhe angesichts der sich anbahnenden Hochzeit. Der im Kalten Krieg gegründete SFB aus dem Westen Berlins muss gegen seinen Ruf als unbeweglicher Tanker kämpfen. Eher gelassen wirken die Mitarbeiter des ORB, ein Kind der Nach-Wendezeit, der sich immer wieder gerne als "schlanke Anstalt" mit vielen Ideen präsentiert. Dem neuen Sender werden rund 1700 fest angestellte Mitarbeiter angehören.

Intendanten-Wahl im Februar
Zur ersten Bewährungsprobe für den Rundfunkrat wird die Wahl des neuen Intendanten. Bis Ende Januar müssen sich die Kandidaten vorstellen, im Februar soll gewählt werden. Etwa zwölf Namen werden hinter den Kulissen gehandelt. Dazu gehören der WDR-Fernsehdirektor Ulrich Deppendorf, Rosenbauer selbst, die NDR-Funkhauschefin Dagmar Reim und der ARD-Korrespondent Werner Sonne.