Die Schleuser sollen für bis zu 10 000 Euro pro Person Libanesen und Syrer mit gefälschten Reisedokumenten und Aufenthaltserlaubnissen ausgestattet sowie ihre Einreise in Deutschland mit Flugzeugtickets organisiert haben.

Der 24-jährige Hauptbeschuldigte wurde in Essen verhaftet, wie die Staatsanwaltschaft Hildesheim und Bundespolizeidirektion Hannover mitteilten. Sechs weitere Beschuldigte wurden vorläufig festgenommen, um ihre Identitäten auf dem Revier festzustellen, sagte der Einsatzleiter der Bundespolizei, Helgo Martens. Weitere zehn Beschuldigte befinden sich bislang auf freiem Fuß.

Die Bande soll im Detail falsche Ausweise besorgt, Urkunden gefälscht und Ausländer gewerbsmäßig eingeschleust haben. Für ihre Dienste hätten sie "horrende Summen verlangt", berichtete Einsatzleiter Martens.

Bei den Beschuldigten geht die Polizei von besonders skrupellosen Tätern aus: Bei den Durchsuchungen wurden "griffbereite Macheten, Schwerter und Kampfmesser" gefunden. Auch Munition für Handfeuerwaffen, eine Laserzieleinrichtung für ein Gewehr wurden sichergestellt.

Die Bundesregierung hatte Ende August eine Aufklärungskampagne gestartet, um den Menschen in den wichtigsten Herkunftsstaaten und Transitländern ein realistisches Bild über die Situation in Deutschland zu vermitteln. Vor der Botschaft in Beirut werden wartende Flüchtlinge inzwischen regelmäßig per Megafon über falsche Gerüchte aufgeklärt. In Afghanistan soll demnächst eine Plakataktion starten.

Zu den Gerüchten, die in sozialen Netzwerken kursieren, gehört unter anderem die Behauptung, Deutschland stelle jedem Flüchtling ein Haus zur Verfügung.