Chef der überkonfessionellen Regierung soll der DUP-Vorsitzende Ian Paisley werden. Damit käme Nordirland nach dem Ende des jahrzehntelangen Bürgerkriegs auf dem Weg zur Normalität einen weiteren großen Schritt voran.
Die Einigung wurde während eines als historisch bezeichneten erstmaligen Treffens des 80-jährigen Paisley mit dem Sinn Fein-Vorsitzenden Gerry Adams (58), erzielt. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz verkündeten beide dann die Einigung. Der britische Premierminister Tony Blair sprach in London von einem "sehr wichtigen Tag", auf den man fast zehn Jahre lang hingearbeitet habe.
Bis zum Beginn der Selbstverwaltung in sechs Wochen soll es zwischen den beiden größten nordirischen Parteien nun eine Serie von weiteren Treffen geben, in denen es um das Regierungsprogramm und die Verteilung der Ministerposten geht. Fest steht bereits, dass der Sinn-Fein-Politiker Martin McGuinness, ein ehemaliger Kommandeur der Untergrundorganisation IRA, Vizeregierungschef werden soll. Die Regierung in London hat Nordirland bereits ein Milliardenprogramm in Aussicht gestellt. Auch die Republik Irland will sich daran beteiligen.
Ursprünglich hatten London und Dublin den Nordiren ein Ultimatum bis gestern um Mitternacht gestellt, um sich auf eine überkonfessionelle Regierung zu einigen. Andernfalls sollte die britische Verwaltung fortbestehen.
Bereits am Wochenende wurde aber deutlich, dass die Frist aufgehoben wird, wenn sich DUP und Sinn Fein im Grundsatz einig sind. Der britische Nordirland-Minister Peter Hain sagte gestern über die nordirischen Parteien: "Wenn sie nach den vergangenen 40 Jahren wieder miteinander sprechen können, ist alles möglich."
Aus den Wahlen vom 7. März waren die DUP und die Sinn Fein klar als stärkste Parteien hervorgegangen. An der überkonfesionellen Regierung sollen aber noch zwei kleinere Parteien beteiligt werden.
Grundlage für die Regierungsbildung ist das Karfreitagsabkommen von 1998, mit dem in Nordirland der Bürgerkrieg mit mehr als 3000 Toten zu Ende ging. Die vorige Regionalregierung war 2002 am Streit um die Aktivitäten der IRA gescheitert. (dpa/cd)