Deshalb habe das Ministerium an den Hochschulen 300 zusätzliche Stellen geschaffen. Als Gründe für die hohe Studentenzahl nannte Hofmann doppelte Abiturjahrgänge, das Aussetzen der Wehrpflicht und eine gestiegene Studierneigung junger Menschen. Seit 2010 erhöhte sich die Zahl der Frauen und Männer, die an den Hochschulen in Sachsen eingeschrieben sind, um sieben Prozent auf 118 000.

An der größten Hochschule des Freistaats, der Technischen Universität Dresden, liegt die Zahl der Studenten mit rund 36 000 über der des vergangenen Jahres, als es noch 35 200 Studenten waren.

Auch Lehramt gefragt

Die Pressereferentin an der Universität Leipzig, Susann Huster, spricht davon, dass der Ansturm von Studienbewerbern auf die Uni in diesem Jahr unverändert groß gewesen sei. An der Technischen Universität Chemnitz, die nach den Worten ihres Sprechers Mario Steinebach gut ausgelastet ist, studieren mehr als 10 000 Menschen. Im Wintersemester wird die Universität mehr als 2000 Neuimmatrikulierte aufnehmen.

In Dresden sind als Fächer besonders Psychologie, Medizin und Biotechnologie gefragt. "Aber auch unsere Lehramtsstudiengänge, die mit dem Abschluss des Staatsexamens wieder eingeführt worden sind, wurden sehr stark nachgefragt", erläuterte Sprecherin Kim-Astrid Magister.

An der Universität Leipzig, die ihre Kapazitäten für Lehramtsstudenten in diesem Jahr erhöht hat, wurden aufgrund einer hohen Bewerberzahl alle Studienplätze für künftige Lehrer vergeben.

Mehr ausländische Studierende

In Chemnitz sind bei Studenten, die einen Bachelor-Abschluss anstreben, Wirtschaftswissenschaften, Pädagogik und Maschinenbau beliebt. Masterstudenten beginnen hier vor allem die Studiengänge Management and Organisation Studies, Psychologie und Wirtschaftsingenieurwesen.

Der Anteil der ausländischen Studenten, deren Anzahl im Wintersemester 2011 bei 13 000 lag, beträgt an den sächsischen Hochschulen etwa elf Prozent. "Neuere Entwicklungen wie die Einführung von Studiengebühren in Großbritannien oder die Krise in Spanien könnten sich aber auf die Nachfrage nach Studienplätzen auch in Sachsen auswirken", vermutete Ministeriumssprecherin Hofmann. An der TU Dresden, wo zwölf Prozent der etwa 9000 Studienanfänger aus dem Ausland kommen, wurde im Vergleich zu 2011 ein leichter Anstieg der Studenten verzeichnet. Die Universität Leipzig spürt ebenfalls ein größeres Interesse von Studenten aus dem Ausland.