Gestern morgen informierte Siegfried Zabel, Vorstandsvorsitzender der Lausitzer Glashütte AG, die Belegschaft, dass er alles tun werde, um Hütte und Arbeitsplätze zu erhalten.

Kontakte zu Thüringern
Geprüft werden Alternativen, wie die Fremdvergabe der Säurepolitur oder die Installation einer mobilen Reinigungsanlage, bestätigte Zabel auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Zu Thüringer Unternehmen gibt es demnach bereits Kontakte. „Wichtig ist, dass wir unsere Kunden ohne größeren Zeitverzug beliefern können“ , betonte Zabel. Die Reparatur des noch nicht näher zu beziffernden Schadens und die Finanzierung alternativer Lösungen seien die eine Seite. Die andere sei, „ob die Kunden zu uns halten“ . Aufgrund der zerstörten Umwelttechnik kann die kaum in Mitleidenschaft gezogene Säurepolieranlage nicht genutzt werden. Dadurch kommen nach Auskunft von Zabel etwa 85 Prozent der Aufträge nicht zur Auslieferung.

Voller Hoffnung zur Messe
Wie Marketing-Chef Frank Mader sagte, wird die Lausitzer Glashütte AG mit viel Hoffnung und Zuversicht dennoch auf der am Freitag beginnenden internationalen Konsumgütermesse „Tendence Lifestyle“ in Frankfurt am Main präsent sein. Etwa 75 Prozent der Döberner Produktion ist im Ausland gefragt, vor allem in den USA. Vor wenigen Wochen erst wurde ein Vertrag mit einem namhaften japanischen Importeur geschlossen.
Die Lausitzer Glashütte ist der letzte Bleikristall-Hersteller in Ostdeutschland. Und sie soll am Markt bleiben. „Wir prüfen alle Optionen und sind dankbar für jede Unterstützung“ , sagte er am Abend auf dem Weg zum nächsten Gespräch. (Eig. Ber./B.M.)