| 02:36 Uhr

Groß und klein

Was haben das neue Bundesinnenministerium in Berlins Mitte und der Pannen-Flughafen BER gemeinsam? Sie sind wahrscheinlich schon zu klein, bevor sie groß ihren Betrieb aufnehmen. Im Gegensatz zum BER konnte der Neubau des Innenministeriums allerdings bereits fertiggestellt werden.

Allein 10 000 Umzugskartons, sieben Kilometer Akten und mehr als 55 000 Bücher wurden dazu am vergangenen Wochenende von Moabit in Sichtweite des Kanzleramtes verlagert. Dort ist jetzt das neue Domizil von Ressortchef Thomas de Maizière zu finden. Da hat Angela Merkel ihn auch besser im Blick. De Maizière wurde ja schon groß als ihr potenzieller Nachfolger gehandelt. Wegen des zweifelhaften Sturmgewehrs G36 und der Spionageaffäre um den BND ist der vermeintliche Kronprinz nun aber politisch ziemlich klein geworden.

Apropos groß und klein. Andrea Nahles trägt seit rund 14 Tagen eine Gleitsichtbrille. Deshalb, so berichtete die Bundesarbeitsministerin kürzlich stolz, könne sie jetzt auch kleine Buchstaben lesen. Dabei verstecken sich große Probleme oftmals im Kleingedruckten. Nun wird auch klar, warum das Mindestlohngesetz aus Sicht der Arbeitgeber so seine Tücken hat. Immerhin kann Nahles ihr Werk jetzt problemlos lesen.